Bloggen für Politiker: 11 Tipps für gute Blogbeiträge!

Bloggen für Politiker: 10 Tipps für gute Blogbeiträge!

Eigentlich müssten alle Politiker bloggen. Ein Blog ist das ideale Medium für Politiker, Parteien und Organisationen. Aber weit gefehlt. Ganz ehrlich – mich gruselt es vor vielen Beiträgen auf politischen Webseiten. Sie sind langweilig, distanziert und spröde. Häufig sind sie so uninteressant, dass man schon nach wenigen Zeilen aufgeben muss. Das Problem ist aber, dass ihre Themen ja eigentlich wichtig sind. Es geht oft um politische und gesellschaftliche Themen, die Aufmerksamkeit verdient hätten.
Die Folge: Die Reichweite ist unterirdisch schlecht. Oder anders ausgedrückt: Niemand liest diese Beiträge. Geteilt werden sie außerdem schon garnicht.

Das muss nicht so sein! Die gute Nachricht ist: Eigentlich ist es überhaupt nicht schwer, einen guten Blogbeitrag zu schreiben – und damit die Reichweite zu vergrößern. Du musst Dich beim bloggen nur an ein paar Grundregeln halten. Welche das sind? Diese 10!

1. Schreibe Blogbeiträge aus der Ich-Perspektive!

Ein guter Blogbeitrag wird aus der Ich-Perspektive geschrieben. Es muss deutlich werden, dass ein Mensch über seine Ansichten, Gedanken und über seine Meinung schreibt. Deshalb: Wähle immer die Ich-Form! Damit erreichst Du fast automatisch, dass ein Beitrag nicht mehr so distanziert klingt. Deine Leser werden sich Dir und Deinen Inhalten viel näher fühlen. Die Ich-Perspektive macht einen Beitrag außerdem sofort glaubwürdiger. Denn eine Behauptung einfach in den Raum zu stellen, ist nicht halb so wirkungsvoll, wie zu sagen: „Ich bin überzeugt, dass…“. Mit der Ich-Perspektive geht es also darum, eine deutliche Personalisierung zu schaffen.

Besonders leicht ist dies natürlich umzusetzen, wenn Du nur für Dich selbst bloggst, bzw. die Website nur für eine einzelne Person besteht. Aber auch für Gremien und Gruppen funktioniert dies wunderbar! Die Webseite bietet hier nur eine Plattform, auf der dann einzelne Personen namentlich gekennzeichnete Artikel publizieren können. So erreichst Du, dass Deine Leserinnen und Leser sich ein Bild über Dich und Deine Mitstreiter machen können und sie genau sehen, wie Ihr tickt, denkt, fühlt.

2. Sprich Deine Leserinnen und Leser direkt an!

Stell Dir einmal vor, Du führst ein Gespräch mit jemanden und erklärst ihm etwas oder erzählst von etwas. Du wirst diesen Menschen dabei immer wieder direkt ansprechen – ganz automatisch. Wenn Du dieses Prinzip beim bloggen anwendest, fühlen sich Deine Leserinnen und Leser ein wenig so, als ob sie sich mit Dir in einem Gespräch befinden würden. So baust Du Distanz ab und schaffst ein Gefühl von Vertrautheit und Nähe. Ob Du Deine Leserinnen und Leser Duzt oder Siezt ist dann die nächste Frage. Ich bin – wie Du merkst – ein Fan vom Duzen. Es ist aber gut denkbar, dass Du Siezt. Überlege Dir einfach, was am besten zu Dir passt.

3. Bloggen muss interessant und unterhaltsam sein!

Es bringt alles nichts, wenn Du keine interessanten und unterhaltsamen Beiträge für Deinen Blog schreibst. Ich sage hier bewusst nicht, dass die Themen interessant und unterhaltsam sein müssen. Denn wenn man gut schreibt und sich an diese Grundregeln hält, kann man auch ein eigentlich sperriges und dröges Thema entsprechend aufbereiten. Überlege Dir immer, was Dich selbst interessieren würde und was Du unterhaltsam finden würdest. Ein Beispiel: Man kann ein Thema wie „Krankenversicherung“ sehr fachlich und distanziert einleiten – oder aber erst eine Geschichte von einer betroffenen Familie erzählen und zeigen, was beispielsweise eine schlechte Krankenversicherung hier an Problemen anrichten kann. Schon hast Du einen deutlich interessanteren Ansatz. Und ja, auch ein trauriges Thema kann unterhaltsam sein – denn unterhaltsam meint ja nicht „lustig“.

4. Der Blogartikel sollte wertvoll für den Leser sein!

Andere Blogs haben es bei diesem Punkt leichter – also Blogs über Themen wie Fotografie, Essen & Kochen, Fashion und selbst Beautyblogs. Denn sie alle können Beiträge schreiben, die automatisch einen Mehrwert für die Leser bieten: Anleitungen, Tests, Berichte. Als politischer Blogger hast Du es da zunächst deutlich schwerer. Dennoch solltest Du diese Grundregel beachten und immer im Hinterkopf behalten. Der Mehrwert ist bei Dir nur etwas abstrakter. Beim Bloggen sollte Dein Antrieb sein: „Ich schreibe einen Blogartikel, weil ich glaube, dass das Thema und der Inhalt für meine Leser interessant und wichtig ist“. Falsch wäre es, wenn Du schreibst, weil es für Dich und Deine Interessen wichtig ist. Das merken die Menschen immer ganz schnell. Stell den Leser immer in den Mittelpunkt. Dann kannst auch du so bloggen, dass ein Mehrwert für Deine Leser entsteht. Der Mehrwert sind hier Information und Hintergründe. Der Mehrwert entsteht, wenn Leser bei Dir zu bestimmten Themen eben andere Informationen bekommen, als in den klassischen Nachrichten, also wenn sie andere Perspektiven und Blickwinkel kennenlernen können.

Ich bin beispielsweise häufig gefragt worden, ob eine interne Kontroverse (damit meine ich nicht Streit!) sichtbar gemacht werden darf. Ich finde: Auf jeden Fall! Denn so kannst Du zeigen, wie ein Entscheidungsprozess ausgesehen hat. Du kannst deutlich machen, warum Du oder Ihr eine bestimmte Entscheidung getroffen habt. Wenn die Leser auf diesen Weg mitgenommen werden, ist die Chance viel größer, dass sie das Ergebnis auch akzeptieren.

5. Blogge meinungsstarke Beiträge!

Ein Blog hat immer auch etwas mit Meinung zu tun. Deshalb eignet sich das Bloggen ja auch so sehr für die politische Arbeit. In einem Blog-Artikel kannst Du Dich endlich einmal austoben und Deine Meinung schreiben und begründen. Schau Dir einmal meinen Blog an. Hier geht es zunächst nicht so sehr um Meinung, wie es vielleicht bei Dir der Fall wäre. Aber auch meine Blogbeiträge sind immer meinungsstark. Ich bin der Meinung, dass all diese Blogging-Regeln gut sind. Dies begründe ich auch regelmäßig und gebe Beispiele, warum ich das glaube. Am Ende ist und bleibt es aber eine Meinung. Würde ich hier dagegen schüchtern schreiben, man könnte vielleicht dies oder jenes anwenden und das würde dann vielleicht zum Erfolg führen – wer hätte dann noch Interesse an meinen Beiträgen? Niemand! Du liest in diesem Moment diese Zeilen, weil Dich letztlich interessiert, wie ich dieses Thema sehe, was meine Meinung ist.

Dies musst Du auf Deine Beiträge übertragen. Schreibe klar und deutlich von Deinen Überzeugungen, von Deinen Idealen und von Deiner Meinung zu Deinen Themen. In der Politik brauchst Du nicht einmal Fachkenntnisse über ein Thema, um darüber einen Blogartikel zu schreiben! Viel interessanter, als reine Fachkenntnis ist doch, wie Du als Mensch über bestimmte Dinge denkst und wie Du Dir Themen erschließt. Politiker sollen Menschen und keine Technokraten sein.

6. Sei sehr persönlich!

Wenn es um Meinungen geht, geht es auch immer um Persönlichkeit. Der Blog dient Dir, Deinen Charakter, Dein Ich, Deine Persönlichkeit zu zeigen. Jedenfalls das, was Du zeigen möchtest. Oben habe ich geschrieben, dass Politiker Menschen sein müssen. Es ist wichtig, dies auch zu zeigen. Lasse in Deine Beiträge also Deine Emotionen einfließen und Deinen Charakter.
Auch bei der Wahl Deiner Themen sollte es darum gehen, dass die Menschen Dich kennenlernen können. Die Wählerinnen und Wähler sollen durch Deinen Blog das Gefühl bekommen, Dich zu kennen und – noch wichtiger – Dich einschätzen zu können.

Das Schöne ist: Wenn sie mit Deiner Persönlichkeit einverstanden sind, müssen sie nicht immer einer Meinung mit Dir sein. Es reicht, wenn sie einschätzen können, wie Du Entscheidungen triffst. Von diesem Punkt aus ist der Weg zu Vertrauen nicht mehr weit.

7. Zeige Emotionen!

Kennst Du schon meinen wichtigsten Ratschlag zum Social Media Marketing? Er lautet: „Menschen teilen keine Fakten, sie teilen Emotionen!“. Ein guter Blogartikel soll nicht nur konsumiert werden, sondern zu weiteren Interaktionen anregen und einen Prozess anstoßen. Dann wird er ganz automatisch verbreitet – und zwar von den Leserinnen und Lesern selbst. Dafür musst Du aber Emotionen zeigen. Ein distanzierter Artikel regt nicht an, er ist eigentlich nur langweilig. Mit Emotionen meine ich nicht zwangsläufig irgendetwas rührseliges. Es geht um Gefühle gleich jedweder Art: Dein Artikel muss lustig, traurig, spannend, wütend, frustriert, ratlos, energisch, voller Tatkraft, lustvoll oder ironisch sein. Dir fallen bestimmt noch viele weitere Gefühle ein, oder? Nur eines darf er nie sein: Gleichgültig und langweilig!

8. Sei manchmal provokant!

Zum vorherigen Punkt passt dieser hier wunderbar: Sei zwischendurch gerne einmal provokant. Ist ja auch irgendwie logisch, denn wenn Du provozierende Beiträge schreibst, provozierst Du ja eben auch eine Reaktion. Genau dies ist Dein Ziel mit Deinem Blog. Du willst durch das Bloggen zu Debatten etwas beitragen, Du willst Gedanken anstoßen. Dafür musst Du auch einmal provozieren. Es ist nicht schlimm, wenn Dir dafür nicht alle Beifall klatschen. Nur wer Ecken und Kanten hat, hat auch ein Profil. Steh zu Deiner Meinung und formuliere sie deutlich und pointiert. Dazu gehört dann auch die Provokation.

9. Vergiss Google nicht beim Bloggen!

Zugegeben, diesen Punkt kann ich an dieser Stelle nur anreißen – er ist aber beim Bloggen außerordentlich wichtig. Um Leser zu bekommen brauchst Du Google. Damit Deine Artikel bei Google gefunden werden, muss schon beim Schreiben so manches beachtet werden. Das Zauberwort heißt hier: SEO-Schreiben. SEO steht für „Search Engine Optimation“ also Suchmaschinenoptimierung. Es geht darum, den Text so zu schreiben, dass er möglichst für Google – die wohl einzige echt relevante Suchmaschine – optimiert ist. Dafür muss man ein paar Basics wissen. Im Zentrum von SEO-Schreiben stehen sogenannte Keywords. Das sind die für das Thema relevanten Stichwörter. Ein Beispiel: „Kinderbetreuung“, „U3-Betreuung“, „Kita“ – dies können Keywords für einen Artikel rund um Kindergärten und die Kinderbetreuung sein. Für die richtigen Keywords muss man sich immer fragen, was man wohl für Stichwörter bei Google eingeben würde, würde selbst nach diesem Thema suchen. Diese müssen dann auch im Text vorkommen – und zwar mehrfach. Außerdem sollten möglichst viele mit diesen Keywords verwandten Begriffe verwendet werden: Begriffe, die deutlich machen, dass es um ein bestimmtes Thema geht. Um in unserem Beispiel zu bleiben: Im Text sollte von Kindern, von Eltern, von Spielen, Erziehung, Erziehern und Erzieherinnen und von Kindergärtnerinnen zu lesen sein. Aber Achtung: Du musst Dich genau an das halten, was wohl Deine Zielgruppe für Begriffe verwendet. Auch hier ein Beispiel: Ich hatte mit einem Verein zu tun, der Sturzprophylaxe für ältere Menschen anbietet. Weil es fachlich richtig ist, hat der Verein immer von „Sturzprophylaxe und Gleichgewichtstraining“ gesprochen und geschrieben. Das Problem ist, die Zielgruppe wird viel eher nach „Seniorensport“ suchen. Da dieser Begriff vermutlich nicht ganz korrekt ist, wurde er aber nie verwendet – und der Verein bleibt bei Google für die relevante Zielgruppe nahezu unsichtbar.

Der zweite Tipp zum Thema SEO-Schreiben lautet: Nutze entsprechende Überschriften und Zwischenüberschriften, die deutlich machen, um was es geht. Schau Dir mal diesen Beitrag an: Ich verwende immer wieder entsprechende Keywords, um sowohl den Leserinnen und Lesern als auch Google deutlich zu machen, dass es ums Bloggen geht!

10. Schreibe lange Artikel!

Hups, damit hast Du nicht gerechnet, oder? Immer wieder hört man doch, man solle sich kurz halten und knackig schreiben. Das mag auf Beiträge bei Facebook zutreffen, aber nicht auf Deinen Blog. Ich gehe nicht soweit, eine Regel aufzustellen, wieviele Wörter Du schreiben solltest. Es gibt aber diverse Blogger, die sagen, ein Artikel sollte mindestens 1000 Wörter haben. Die Verfechter dieser 1000-Wörter-Regel argumentieren, dass ein Artikel nur so wirkliche Relevanz bekommen kann. Oder kurz ausgedrückt: Zeige, dass Du wirklich etwas zu sagen hast. Es soll sogar Untersuchungen geben, die zeigen, dass Blogartikel mit 1000 oder mehr Zeichen eine deutlich höhere Interaktionsrate haben.

Ich finde, Du kannst auch etwas kürzere Artikel schreiben – aber eine gewisse Länge sollten sie dennoch haben. Denn Du solltest schon ausführlich schreiben und Deine Meinung und Deine Postionen wirklich begründen. Das geht nicht in einem Absatz. Und der nette Nebeneffekt ist: Je länger der Artikel ist, desto häufiger können auch die für Dich relevanten Keywords auftauchen.

11. Nutze eine knackige, interessante Überschrift!

Die Überschrift ist der wichtigste Teil deines Blogartikels! Nur wenn sie gut ist, werden Leute überhaupt das Bedürfnis bekommen, ihn anzuklicken und zu lesen. Trotzdem sehe ich jeden Tag so viele uninspirierte, langweilige und nichts sagende Überschriften. Oder Überschriften, die so abstrakt sind, dass sich niemand etwas darunter vorstellen kann.
Eine Überschrift muss drei Kriterien erfüllen: 1. Sie muss sagen, um was es konkret in dem Artikel geht. 2. Sie muss Interesse und Neugier wecken. 3. Sie darf nicht zu lang sein.

Es gibt jetzt noch je Menge weitere Möglichkeiten und Kriterien, aber diese drei sind absolut essentiell. Deshalb gib Dir mit der Überschrift große Mühe!

Fazit: Bloggen kann Spaß machen!

Es ist kein Hexenwerk einen guten Blogartikel zu schreiben. Mit einer Pressemitteilung, die Du auf Deine Seite setzt, wirst Du das aber nicht erreichen. Ich kann mir vorstellen, dass so manche dieser Regeln mit Deinen bisherigen Überzeugungen und Herangehensweisen bricht. Lass Dich doch einmal darauf ein und probiere es aus. Wenn Du konsequent bloggst, wirst Du bald einen ganz erstaunlichen Effekt bemerken: Die Leute werden Dich bemerken und dann auch lesen! Deine Blogartikel können so wirklich etwas bewirken. Dann macht es großen Spaß zu bloggen!

1 Kommentar zu „Bloggen für Politiker: 11 Tipps für gute Blogbeiträge!“

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