Plötzlich Europaabgeordnete? Podcast mit Delara Burkhardt

Delara Burkhardt ist 26, bei den Jusos engagiert – und seit letztem Winter weiß sie: Nach der kommenden Europawahl wird sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Mitglied des Europäischen Parlaments sein. Eine große Herausforderung! Grund genug für mich, mit Delara über Ihre Kandidatur, den Wahlkampf, Europa und die Frage, wie wir junge Menschen für Politik begeistern können, zu sprechen.

Delara Burkhardt ist 26 und kommt aus Siek bei Hamburg. Die Schleswig-Holsteinerin war Landesvorsitzende der Jusos, ist Sozialökonomin und hatte vor ihrer Kandidatur gerade begonnen, in einer Hamburger PR-Agentur zu arbeiten. Sie wurde von der SPD-Bundespartei auf Platz 5 der SPD-Liste für die Europawahl gesetzt – ein sicherer Platz. Mehr zu Ihrer Kandidatur kannst Du hier lesen: Bento: Diese junge SPD-Politikerin könnte ins Europaparlament einziehen, auf Ihrer Webseite findest Du viele weitere Informationen. Delara findest Du außerdem bei Facebook und bei Instagram.

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Transkript des Podcasts mit Delara Burkhardt

Dies ist ein wörtliches Transkript, bereinigt nur um einige „Ähs“ und andere Füllwörter.

Leif Neugebohrn: Ich spreche heute mit Delara Burkhardt, sie ist eine der jüngsten Kandidatinnen für das Europäische Parlament bei der Europawahl am 26.Mai für die SPD. Und wir reden über Wahlkampf, junge Menschen in der Politik und Europa. Moin moin und herzlich willkommen hier zu einer neuen Ausgabe von Überzeugungsarbeit.de, mein Podcast über politische Kommunikation. Ich bin Leif Neugebohrn, ich bin Politik- und Kommunikationsberater, und das ist mittlerweile die 12. Oder 13. Ausgabe sogar schon. Ich habe heute einen ganz besonderen Gast, über den freue ich mich sehr, über genau zu sagen, über die freue ich mich sehr, denn ich habe hier Delara Burkhardt. Delara ist Kandidatin für das Europäische Parlament bei der Europawahl am 26. Mai, also ganz bald. Ich habe sie vor einer Weile in Kiel kennengelernt und wir haben uns dann gleich auf einen Podcast verabredet, weil Delara ist noch wirklich jung im Vergleich zu so dem Rest, gerade der SPD-Liste, und ich finde das total spannend mit ihr mal über Politik zu reden. Deshalb hallo und herzlich willkommen, Delara.

Delara Burkhardt: Moin Leif.

Leif Neugebohrn: Geht’s dir gut?

Delara Burkhardt: Mir geht’s sehr gut. Und dir?

Leif Neugebohrn: Sehr schön. Ja, mir auch. Vor allem wir hatten schon ein paar Mal versucht irgendwie den Podcast zu machen, irgendwie hat es immer an irgendwelchen technischen Sachen gehakt und jetzt funktioniert‘s, deshalb bin ich total glücklich, dass wir das noch vor der Wahl hinkriegen. Also vielen Dank dafür, dass du dir Zeit nimmst, weil ich glaube, du hast im Moment sehr wenig Zeit, kann das sein?

Delara Burkhardt: Das kann man so sagen, das ist schon ziemlich durchgetaktet, wenn man so aus dem Ehrenamt in einen bundesweiten Wahlkampf startet.

Leif Neugebohrn: Ja, das kann ich mir vorstellen. Bevor wir gleich richtig über Politik und über deinen Wahlkampf reden, magst du dich vielleicht einmal kurz vorstellen? Weil ich glaube, dich kennen inzwischen viel mehr Leute als noch vor ein paar Monaten, aber eben noch nicht jeder. Von daher, wer bist du, wo kommst du her und was machst du so?

Delara Burkhardt: Also ich bin Delara, ich komme aus dem Hamburger Rand, also ich komme aus Siek bei Ahrensburg, bin da großgeworden und dann zum Studieren nach Kiel und nach Hamburg gezogen. Bin Sozialökonomin und habe in einer PR-Agentur in Hamburg gearbeitet und bin wieder in Kiel. Und wie das alles politisch angefangen hat, ist vielleicht dann noch mal spannender. Ich bin heute 26, war 15, als ich in die SPD eingetreten bin. Hatte also dieses Jahr mein 10-Jähriges mit der SPD und ich bin eingetreten, weil es mich genervt hat, dass G8 eingeführt wurde in Schleswig-Holstein, also das Abi in 8 Jahren. Und mich hat es genervt, dass eine Entscheidung getroffen wurde, die meine Zukunft, die die Zukunft meiner Generation beeinflusst und wir haben da einfach nicht mitreden können. Deswegen habe ich gesagt, okay, da muss man wohl selber ran und habe mich dann entschieden in die SPD einzutreten.

Leif Neugebohrn: Und wenn du sagst, mit 15 eingetreten und jetzt das 10-Jährige, dann haben wir gerade gleich schon mal gesagt, wie alt du bist, also so im Kanon der Politikerinnen und Politiker noch ziemlich jung. Das hörst du wahrscheinlich oft, oder?

Delara Burkhardt: Ja. Das ist so die Standardfrage. Also gerade, wenn man dann so mit Journalisten sich trifft, dann sagen die immer so, ja, Frau Burkhardt, eine Sache müssen wir noch als erstes ansprechen, Sie sind ganz schön jung für eine Europakandidatin. Also das ist immer so der klassische Anfang von jedem Gespräch, was ich eigentlich führe.

Leif Neugebohrn: Da kann ich einfach keine Ausnahme machen, weil es ist ja tatsächlich einfach etwas, was dich auch unterscheidet. Ich kann mir vorstellen, das nervt wahrscheinlich total.

Delara Burkhardt: Ja.

Leif Neugebohrn: Aber ich glaube, da musst du durch.

Delara Burkhardt: Ja.

Angst vor der Herausforderung? Über die Kandidatur zum EU-Parlament und den Listenplatz

Leif Neugebohrn: Du bist seitdem die SPD Bundespartei ihre Liste aufgestellt hat, das war, wenn ich das richtig im Kopf habe, glaube ich, im Winter vergangenen Jahres, 2018, ist klar, dass du auf einem Listenplatz bist, der gelinde gesagt äußerst aussichtsreich ist. Kann man das so sagen?

Delara Burkhardt: Kann man so sagen. Ja. Platz 5, SPD muss so bummelig 5, 6 Prozent bekommen, dann wäre ich drin.

Leif Neugebohrn: Da heißt, da muss schon extrem viel schiefgehen und man kann eigentlich fast davon ausgehen, dass das klappt, also ich hoffe das natürlich. Das heißt also, irgendwie letztlich nach heutigem Stand wirst du in das EU Parlament einziehen und ich glaube, so heute vor einem Jahr hast du das noch nicht so richtig im Kopf gehabt oder der war das geplant wirklich so von langer Hand?

Delara Burkhardt: Nee, überhaupt nicht. Also ich habe einen tollen Job und habe so gedacht, ja, entspannt, da mache ich weiter, das mit der SPD war für mich immer ein Ehrenamt und nebenbei neben Studium und neben Arbeiten. Aber dann war das irgendwie so, dass gerade letztes Jahr, kurz nachdem die SPD sich entschieden hat, wieder in eine große Koalition einzutreten, dass ich gesagt habe, okay Leute, anscheinend muss man mal was anderes machen und muss eben auch den Mut haben zu kandidieren, um eben auch eine andere SPD möglich zu machen. Das war eben für mich ein Antrieb zu sagen, okay, man kann immer sagen, andere müssen es machen oder man übernimmt selber die Verantwortung und dann habe ich gesagt, dann mache ich es mal.

Leif Neugebohrn: Es gibt ja diesen schönen Satz, nicht nur mitmeckern, sondern auch mitmachen.

Delara Burkhardt: Genau. Ja.

Leif Neugebohrn: Das findet glaube ich heute noch viel zu wenig statt, dass dann Leute wirklich sich auch den Mut nehmen. Aber war das denn bei dir? Ich meine, also du hast kandidiert, dann hat die schleswig-holsteinische Landespartei getagt und dich nicht auf Platz 1 gesetzt, sprich, also auf keinen aussichtsreichen Platz. Wir wollen gar nicht so dieses Drumherum erläutern, also darum geht es mir gar nicht, sondern danach war ja für dich erstmal das Thema wieder ad acta gelegt vermutlich, also für dich war klar, das wird nichts.

Delara Burkhardt: Ja.

Leif Neugebohrn: Und dann warst du plötzlich wieder da. Das ging ja innerhalb von kürzester Zeit und du warst plötzlich so von Null auf Hundert, oder auf 180 wahrscheinlich sogar, von jemand, die gerade ein Studium beendet hat und irgendwie sich mit dem Arbeitsleben jetzt anfängt zurechtzufinden und sich immer ehrenamtlich engagiert hat und plötzlich, wenn man das so sagen kann, Berufspolitikerin, also auf jeden Fall in Aussicht. Macht das Angst, oder? Also das war ja wirklich plötzlich. Kriegt man da auch Angst, oder?

Delara Burkhardt: Also Angst nicht unbedingt. Das fühlt sich einfach ein bisschen wie die denkbar unbequemste Form an, wie man jetzt weitergehen kann. Weil als es dann erstmal nicht geklappt hat, dachte ich so, ja, entspannt, ich habe ja meinen Job und das ist ja auch alles schön und ich mag das alles total gerne und ich werde in meinem Job und in meinen anderen Sachen, wo ich so unterwegs bin, auch nie angezweifelt. Da bist du als junge Berufseinsteigerin immer jemand, der dann auch an seinen Fähigkeiten gemessen wird. Und dann geht man auf einmal in dieses Sphäre Politik, so Europaparlament, wo man immer das mit, hast du einen Opa, schick ihn nach Europa verbindet. Also so ein Ort, der absolut nicht da ist, damit da junge Menschen sich bewegen oder halt das momentan nicht vorgesehen ist. Und dass man dann ja in eine Sphäre kommt, wo man eigentlich gar keine Vorbilder hat, wo man nicht sagen kann, okay, das macht man dann so, sondern man muss irgendwie seinen eigenen Weg finden. Das ist etwas, also ja klar, es macht ein bisschen Angst, aber ich finde es einfach total spannend, dass ich da jetzt die Möglichkeit habe diesen Weg dann auch für mich selber zu definieren, also was macht eine junge Politikerin eigentlich und wie organisiert sie ihren Alltag und wie kommuniziert sie auch mit den Menschen, für die sie ja im Endeffekt im Parlament sitzt? Das sind alles Sachen, die finde ich total spannend für mich selber beantworten zu können und deswegen ist es nicht Angst, sondern Respekt vor einer sehr, sehr coolen Aufgabe.

Leif Neugebohrn: Finde ich großartig. Also gerade, wenn du sagst, dass das spannend ist. Ich merke irgendwie, dass du da Bock drauf hast, dass du da Lust drauf hast. Was ich immer so das Gefühl habe, gerade in der letzten Zeit, wenn man mit vielen aktiven Politikerinnen und Politikern redet, dass da ganz viel ist, aber nicht so dieser Hunger, nicht so dieses total neugierig sein auf etwas, was kommt und so die richtige Lust irgendwas zu gestalten, sondern die sind schon unglaublich stark eingebunden in ganz viele, ich will nicht sagen, Denkkorsette, aber irgendwie es fühlt sich irgendwie so unbeweglich an, und das ist bei dir irgendwie gerade anders. Ich weiß nicht, wie es dir da geht, aber wahrscheinlich wird das genau das sein, was dich erwartet, also sehr unbewegliche Strukturen?

Über Motivation und die Lust, Politik und Europa zu gestalten

Delara Burkhardt: Na, das kann natürlich sein, aber ich glaube, eine Motivation, die ich mit in diesen Wahlkampf nehme und die ich ja auf jeden Fall mit auch ins Parlament nehmen werde, ist, dass ich Politik mache aus einer anderen Generation heraus. Ich habe das Gefühl, dass Menschen, die so in meinem Umfeld sind, aber auch Menschen, die ich jetzt im Wahlkampf begegne, also die jünger sind, die haben so einen krassen Glauben in Demokratie und daran, dass wir in der Lage sind Lösungen zu finden für die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Also nehmen wir „Fridays for Future“ als Beispiel. Da sind ja Leute auf der Straße, die vor die Ministerien gehen, vor die Parlamente, die halt sagen, ey Leute, macht doch einfach euren Job, es ist möglich, wir können Zukunft gestalten, also so eine sehr zweckoptimistische Gruppe, für die ich ja eigentlich dann auch im Parlament bin. Womit ich halt total gut arbeiten kann, weil es eben klare Anforderungen sind, die gestellt werden wie zum Beispiel, sorgt dafür, dass der Klimawandel bekämpft wird und findet Lösungen dafür. Ganz oft vielleicht andere, die schon länger dabei sind, die schon länger im Parlament sitzen, sehr stark auf sowas reagieren mit Dingen, die sie schon getan haben, versuchen es daran zu messen, anstatt wirklich direkt auch Empfänger zu sein von dem, was junge Menschen dann auch an einem an einem richten als Anforderung. Und das finde ich, klar, bringt man das dann, wenn man Teil dieser Generation ist, noch mal stärker mit und das ist vielleicht etwas, was ein bisschen fehlt, also dieser Schwung auch wirklich Dinge als gestaltbar anzunehmen und dass man eben sagt, wir müssen nicht immer erstmal alles durchdeklinieren, was nicht geht, um etwas zu machen, sondern wir können auch einfach mal anpacken. So, das ist vielleicht etwas, das ich dadurch, dass ich vielleicht auch noch kein Mandat hatte, frischer mitbringe, weil ich es jetzt das erste Mal machen darf.

Leif Neugebohrn: So dieses Zurückgucken eigentlich immer nur auf das, was habe ich schon gemacht und alles, was dann da draußen stattfindet, fast schon als Angriff auf die eigene Arbeit oder gar auf die eigene Person zu empfinden, hat das vielleicht auch damit was zu tun, dass wir im Moment in der Politik zu wenig Visionen haben? Also wirklich Leute, die sagen, boah, ich habe hier eine Zukunftsidee und da will ich hin, da will ich jetzt einen Weg finden.

Delara Burkhardt: Hm, das weiß ich gar nicht, ob es das ist. Ich glaube, gerade in der SPD, wo ich auch immer, wenn ich mit älteren Genossinnen und Genossen spreche, sehr viel Lachen, aber auch Verständnis für bekomme, ist, dass ich sage, Leute, ich bin seit 2009 in der SPD und seit 2009 haben wir, ich sag mal so, nicht die besten Wahlergebnisse eingefahren, es ging eigentlich in der Zeit immer runter. Und ihr, wie ihr hier sitzt, ihr habt zumindest immer noch Willi, auf den ihr zurückschauen könnt, ihr könnt auf etwas zurückschauen, wo die SPD wirklich eine stärkere politische Kraft war in unserem System. Und das ist etwas, das mich eben auch fasziniert hat an der SPD, weil man ja genau, wenn man diese Zeiten anschaut, wo die SPD stark war, sieht, dass die SPD da eine politische Kraft war, die immer mutig in die Zukunft geschaut hat, die visionäre Ideen hat, die einfach mal so Dinge gesagt hat wie, alle müssen die Möglichkeit haben zu studieren und dann hätten ja auch bestimmt viele gesagt, nee, das geht nicht so. Aber im Effekt hat die SPD da schon unfassbar viele Steine gelegt so. Ich glaube, das ist der Punkt, der eher fehlt, nicht dass Leute nicht bereit sind in die Zukunft zu blicken und Ideen zu formulieren, die vielleicht über den Tag hinausgehen, sondern es halt eher so ein bisschen auch Angst ist nicht genug zu zeigen, was man alles schon erreicht hat. Also dass es gar nicht mal dieses Ablehnen von Fortschritt ist, sondern einfach auch ein bisschen zu sehr nach hinten gucken ist, weil wir einfach strukturell in der Partei, in der Parteienlandschaft die Situation haben, dass da die Menschen oder die in Parteien sind, eher älter sind und die dann eher natürlich darauf gucken, was schon erreicht wurde. Dieses Nachvornegucken, das war eben auch unter Willi zum Beispiel deswegen da, weil unfassbar viele junge Menschen in die Partei eingetreten sind. Und das ist halt etwas, was wir jetzt momentan merken, wenn eine Partei zu alt ist, in allen Parteien, es ist ja wirklich so in allen Parteien, dann ist das ein Problem mit Nachvornegucken, weil das halt eher etwas ist, was junge Menschen machen. Das erlebe ich auch ganz stark im Wahlkampf, dass das junge Menschen machen und auch alte Menschen sagen, hey, jetzt ist eure Generation dran mal nach vorne zu gucken. Also es ist nicht nur so, dass wir das selber sagen als Generation, sondern auch ältere Generationen sagen selber, so, ihr müsst jetzt ran, ihr müsst die Zukunftsideen bauen.

Delara Burkhardts Vision für Europa

Leif Neugebohrn: Ich glaube ehrlichgesagt noch nicht mal, dass das komplett was mit dem Alter zu tun hat. Also ich kenne auch diverse Ältere, die richtig noch Visionen entwickeln. Ich teile die Einschätzung von dir da schon extrem. Jetzt mal vielleicht aus meiner Perspektive so als jemand, der Campaigning macht, Wahlkampf macht, Kommunikation macht, genau das erlebe ich halt immer, also dass wenn ich mit Kunden vor Ort sitze und man über einen Wahlkampf oder über eine Kommunikationsstrategie nachdenkt, dass so von den Menschen vor Ort dann eigentlich immer gesagt wird, ja, wir müssen ganz viel zeigen, was wir gemacht haben. Die wollen dann irgendwelche Bilanzen veröffentlichen und guck mal, wir haben dieses erreicht und jenes erreicht. Wenn ich dann frage, alles schön und gut, aber was ist denn euer Angebot für die Zukunft? Also die Leute wählen euch nicht für das, was ihr gemacht habt, sondern für das, was sie kriegen, wenn sie euch wählen. Dann ist das etwas, was für viele recht überraschend ist. Also tatsächlich, genau das Problem erlebe ich auch. Ja. Was wäre denn deine Vision für die Zukunft?

Delara Burkhardt: Ich möchte vor allen Dingen, dass wir es möglich machen, dass es wieder akzeptiert wird, dass man über Ideen einer Vision spricht. Also ich nehme mal ein aktuelles Beispiel ran, also Kevin Kühnert. Der hat ein Interview gegeben, in dem er einfach mal einen Vorschlag macht, wie unser Wirtschaftssystem anders funktionieren könnte, indem eben Sachen, die für uns grundsätzlich sind wie Wohnen, dass die eben von der Gesellschaft bereitgestellt werden sollen und könnten, und hat dann eben Sachen vorgeschlagen, die in diese Richtung gehen, und wird als ein realitätsferner Spinner bezeichnet und ist dann wahrscheinlich der erste, der mal wieder einen Vorschlag macht, der über den Tag hinausgeht. Und meine Vision wäre, genau daran anknüpfen. Wenn ich halt darüber spreche, was für ein Europa ich will, dann ist das die Vision der Vereinigten Staaten von Europa und ich möchte, dass wir die Europäische Union weiter demokratisieren, weil wir eben genau merken, dass wir momentan einen Architekturfehler in der Europäischen Union haben. Wir sagen, wir wollen gemeinsam Politik machen, aber wir haben im Endeffekt immer wieder den Rat der als Vertretung der Mitgliedstaaten immer wieder in der Lage ist Dinge, die im Europäischen Parlament vom direkt gewählten Gremium der Bürgerinnen und Bürger überstimmt wird, und dann wird Politik eben nicht gemeinsam gemacht an der Stelle. Das ist glaube ich ein Strukturproblem und ich glaube, die Vereinigten Staaten von Europa sind da die Lösung und ich möchte ein Europa haben, in dem Menschen im Mittelpunkt stehen und die Frage danach, wir eben unser Leben und unsere Politik daran ausrichten können, wie gut es diesen Menschen geht, und nicht daran Politik oder den Erfolg von Politik messen, wie Wirtschaftswachstum ist oder wie sich die Bübs in den Mitgliedsstaaten entwickeln, sondern wie gut es diesen Menschen geht, die auf diesem Kontinent leben und was wir für sie anbieten. Das ist glaube ich etwas, das ist so eine Haltungsfrage, wie man an Politik rangeht und am Ende steht da natürlich eine gewisse Vision von Gesellschaft dran, aber ich finde, dass man eine Vision formulieren muss, um eben dann sich auch an seinen einzelnen Taten messen zu lassen als Abgeordnete.

Leif Neugebohrn: Ja, teile ich absolut, also gerade diese Vision von den Vereinigten Staaten von Europa. Ich frag mich immer, warum es nicht noch viel stärker eigentlich politische Kräfte gibt, die genau das nach vorne stellen, weil man hört das recht selten finde ich. Dass sich das so offen auszusprechen jemand traut wie du das gerade, vor allem dann auch noch mit einem gewissen Background. Also du bist jetzt nicht mehr irgendwie nur ein einfaches Basismitglied, also das höre ich extrem selten und alles, was ich an Visionen zu Europa immer sehe, sind irgendwelche, ich bin jetzt mal böse, leeren Worthülsen, also bei allen Parteien gefühlt, das ist so dieses. Aber zu sagen, hey, wir können was aufbauen, das fehlt mir total.

Delara Burkhardt: Ja, total. Und das ist auch immer dieses Selbstverständnis, also jede Partei nennt sich alle 5 Jahre Europapartei und sagt, wir sind die Partei, die am europäischsten von allen ist. Aber zwischendrin, was hat man da eigentlich? Das ist auch etwas, was ich total spannend finde, wo ich glaube ich auch eine ziemlich unbequeme Europaabgeordnete werde, weil ich nämlich auch die Kolleginnen und Kollegen im Bundestag in die Pflicht nehmen werde. Zum Beispiel mal zu sagen, ey Leute, sagt doch nicht immer nur, wenn etwas schlecht ist, dass es aus Brüssel kommt, sondern ihr beschließt unfassbar viele Gesetze, die auf Richtlinien basieren, die in der Europäischen Union ihren Anfang gefunden haben, und wenn ihr dann mal drüber spricht, wo Europa im Alltag sichtbar ist, das könnt ihr in der Fläche, in der ihr einfach sichtbar seid als Bundestagsabgeordnete, viel besser leisten als 96 deutsche Europaabgeordnete und diese Verantwortung auch neben den Europawahlkämpfen hinaus mal deutlich zu machen. Also dass das Europäische Projekt nicht nur alle 5 Jahre Arbeit bedeutet und dann sind da irgendwelche bösen Leute in Brüssel, die wir eh viel zu selten sehen, weil es sehr viele Sitzungswochen gibt, sondern dass es eben auch permanente Aufgabe ist, weil Europa nicht irgendein Politikfeld ist. Das nervt mich auch immer schrecklich, wenn Leute herkommen und sagen, ich bin Europapolitikerin. Dabei ist Europa ja eigentlich nur eine weitere Ebene, auf der wir Politik machen, und da alles, was wir vor Ort machen, sei es Verkehrspolitik, sei es, keine Ahnung, Mieten, bezahlbares Wohnen, das hat ja irgendwo auch alles eine europäische Dimension. Und da muss man eben glaube ich auch stärker im Alltag Europa sichtbar machen, weil das können einfach 96 deutsche Abgeordnete nicht alleine machen.

Leif Neugebohrn: Ja, absolut. Also ich meine, wenn nur die Leute, die in Brüssel oder im Europäischen Parlament gar sitzen, Europapolitiker sind, dann wäre es eigentlich traurig. Weil eigentlich muss jeder Bundestagsabgeordnete bis hin zu Landtags- und Kommunalabgeordneten sagen, hey, ich bin Europapolitiker oder Politikerin, klar.

Delara Burkhardt: Ja.

Leif Neugebohrn: Ich glaube, wir müssen über dieses Selbstverständnis einfach viel stärker reden. Also von daher, ich finde es großartig, wenn du unbequem werden willst. Ich glaube auch, dass im System bedingt, auch darüber müsste man irgendwann mal glaube ich spreche, im System bedingt ein Riesenfehler liegt, dass die Europaabgeordneten keine in diesem Sinne Wahlkreise haben, also nicht eine direkte Verantwortung vor Ort. Also ich erlebe dich jetzt im Wahlkampf und du bist unglaublich umtriebig, so wie ich das sehe, also du machst ganz viel, du reist viel rum, ich sehe, dass du online viel gemacht hast und solche Sachen so. Aber wenn du jetzt einfach gesagt hättest nach der Nominierung, hey, ich muss mich jetzt mal mental vorbereiten auf diese harte Zeit, die da kommt und ich mache jetzt mal 2 Monate lang Urlaub, dann hätte das ja keinen Unterschied gemacht, also für dein Wahlergebnis, jedenfalls nicht signifikant. Das ist für mich ein Problem, dass Europaabgeordnete immer nur irgendwas vor Ort betreuen und nicht sagen, hey, ich möchte direkt gewählt werden. Ich glaube, das würde das sehr stärken.

Delara Burkhardt: Ja, ich weiß gar nicht, ob ich das so finde, weil ich weiß nicht, also vielleicht ist es auch das Privileg, dass ich aus einem Bundesland komme, das immer relativ viele Europaabgeordnete hatte in der Vergangenheit und ich mich eher frage, wie kann man da Kräfte bündeln und sichtbarer werden gemeinsam? Also wir sprechen auch über unterschiedliche Sachen mit denjenigen, die in Schleswig-Holstein kandidieren, dass wir irgendwie sagen, so eine European Townhall, wo wir auch Kontroversen aus Europa mit nach Schleswig-Holstein bringen und so, das wäre etwas, was wir cool fänden. Aber klar ist das mit dem Gesicht so eine schwierige Sache, wenn du 96 Abgeordnete hast, keine 5-Prozent-Hürde und dann wahrscheinlich noch verstreuter da Abgeordnete. Das ist halt etwas, was ich als sehr starkes Problem empfinde, aber ich habe eben auch das Gefühl, dass schon auch immer eine sehr regionale Verankerung da ist. Also klar hätte ich auch sagen können, ich bin jetzt Spitzenkandidaten der Jusos und ich mache keinen Wahlkampf in Schleswig-Holstein, sondern gurke durch ganz Deutschland. Mache ich auch, ich habe einfach gesagt, ich mache beides, was jetzt vielleicht für meinen Terminkalender auch nicht die entspannteste Option war. Aber ich glaube eben, dass da ein bisschen auch weggedacht werden muss von diesem nationalstaatlichen oder regionalen Gedanken, weil ich nämlich glaube, dass zum Beispiel ein Däne gerade für die Flensburger jetzt beispielsweise in Schleswig-Holstein genauso gut, vielleicht auch besser sprechen könnte als jemand, der vielleicht dann noch mal ein bisschen südlicher herkommt. Also dass es eher auch ein bisschen aus den Köpfen raus muss, dass Europa etwas ist, meinen Ort direkt vor Ort zu vertreten, weil das wird bei 96 Abgeordneten niemals so richtig funktionieren, sondern dass auch sowas wie regionale Interessen gibt und die müssen dann im Zweifelsfall mit meiner Stadt und mit meinem Bundesland verbunden sein. Deswegen glaube ich eben, dass man eher an der Sichtbarkeit von Europaabgeordneten arbeiten muss und dass das natürlich auch was mit Regionalität zu tun hat, ohne Frage, aber ich weiß halt nicht, ob man da jetzt so dieses Wahlkreissystem einführen muss, weil ich nämlich zum Beispiel das Gefühl habe, dass es bei der CDU jetzt nicht unbedingt besser funktioniert und die haben ja Landeslisten. Da ist die Identifikation mit dem Kandidaten von der CDU jetzt auch nicht größer, also ich glaube, die wenigsten Schleswig-Holsteiner kennen den überhaupt. Im Gegenteil, im letzten Wahlkampf hat ja die CDU hauptsächlich mit Angela Merkel plakatiert, also denen ist es halt relativ egal, wer dann im Endeffekt in Brüssel sitzt, also weiß ich auch nicht, ob das wirklich die Lösung ist. Bei der CDU finde ich das jetzt zum Beispiel nicht inspirierend als schleswig-holsteinische Bürgerin.

Rebellisch sein, Kevin Kühnert und Empörung in der Politik

Leif Neugebohrn: Nee, kann ich sogar nachvollziehen. Was macht auch immer, oder ob man über Kumulieren, Panaschieren nachdenkt oder ich weiß es nicht. Ich würde aber gerne noch mal auf eine andere Sache zurückkommen, und zwar die hatten wir jetzt irgendwie zweimal angerissen. Du hattest einmal, wir hatten dieses nicht nur mitmeckern, sondern auch mitmachen, und da hattest du gerade gesagt, wir müssen, wenn es um Visionen geht, auch mehr wieder Debatten zulassen oder nee, zulassen, dass Leute Visionen äußern und dann die Geschichte mit Kevin Kühnert ins Spiel gebracht. Falls dieser Podcast irgendwie mal später gehört werden sollte, Kevin hat gerade diesen Vorschlag gemacht, über ich sag mal ganz neutral Formen des Sozialismus nachzudenken. Das wurde dann aufgegriffen mehr oder weniger plakativ als, er will BMW verstaatlichen. Aber worum es mir da geht ist ein kleines bisschen, ich habe nicht hundertprozentig die Debatte danach verstanden, also ich habe verstanden, was dann inhaltlich passiert ist, dass sich Leute dagegen ausgesprochen habe und dass sich Leute dafür ausgesprochen haben, aber was ich tatsächlich nicht verstanden habe, ist, dass sich Leute aufgeregt haben, dass debattiert worden ist, weil eigentlich ist es doch genau das, was passieren muss. Also eigentlich, es hätte auch aus Kevins Perspektive doch kaum besser laufen können, dass er einen Debattenvorschlag gemacht und der dann, ob jetzt aufgeregt oder nicht aufgeregt, ist völlig egal, so stark aufgegriffen wird, dass eine Woche lang ganz Deutschland über diesen Vorschlag debattiert. Worauf ich hinauswill, ich habe manchmal das Gefühl, dass da auch so eine wasch mich, aber mach mich nicht nass Haltung inzwischen in die Politik gekommen ist, nach dem Motto ich will rebellisch sein, aber alle müssen es gut finden. Das war jetzt sehr provokativ. Aber ist es nicht gerade die Debatte, die wir brauchen, also die geil ist, dass Leute sich wirklich auch mal aufregen über Politik wieder? Ist eigentlich doch cool.

Delara Burkhardt: Total. Und ich glaube, Kevin ist der letzte, der gesagt hätte, ich möchte, dass alle meinen Vorschlag superfinden, weil ich glaube, das ist ja auch ein bisschen das Problem, was wir in der großen Koalition, in Politik, ein bisschen manifestiert haben, dass es eben keine Unterschiede mehr zwischen den großen Parteien zu geben scheint und dass das eben den Effekt hat, dass viele Leute sich eben nicht mehr so richtig mit denen identifizieren können und dass Kevins Beitrag schon auch als eine Profilschärfung und auch ein bisschen „back to the roots“ der SPD zu lesen ist. Das haben ja auch viele Zeitungen so wiedergegeben. Ich meine, wenn dann Kevin in Schutz genommen wird von einem Ulf Poschardt, dann zeigt das ja auch ein bisschen, dass es eben genau diese Polarisierung der Debatte ist, die halt eigentlich fehlt im politischen System, weil man sich daran auch reiben kann und daran auch seine eigenen Ideen entwickeln kann. Dazu haben wir ja auch im Grundgesetz Parteien als Ort der Willensbildung festgehalten, weil es eben genau darum gehen muss, dass wir unterschlägliche Gesellschaftsbilder vorschlagen und dann eben daran sich Leute reiben können und das hat lange gefehlt. Ich finde es eher erschreckend den Ton, wie man da redet. Also niemand muss sagen, total toller Vorschlag oder ach, das ist jetzt vielleicht nicht so gut, aber das ist total toll, dass du dich engagierst, Kevin. Das ist auch das letzte, was der hören will, sondern dass man eben diese Diffamierung macht und dieses Angstwort Sozialismus, dass das wie so ein Trigger-Reflex ist, der in der Debatte drin war, wo ich mich so frage, okay Leute, wir haben vor wenigen Tagen in Plauen Nazis gehabt, die auf der Straße waren, die offen rassistisch und auch offen an Anlehnung an nationalsozialistische Symbolik gelaufen sind und niemand füllt so krass die Schlagzeilen wie ein Juso-Bundesvorsitzender, ich spreche es mal aus, Jungsozialisten in der SPD, der einen Vorschlag macht, wie man den Kapitalismus überwinden kann, also etwas, was eigentlich schon immer von den Jusos gemacht wurde. Da finde ich manchmal nur absurd, wie sich die Debatte dann, worauf sie sich so konzentriert, also das finde ich halt immer schon eher das Problem. Also weiß ich auch, um da wieder zu unserem Anfang zu kommen, mit der Art wie junge Leute in der politischen Landschaft wahrgenommen werden, auch irgendwo zusammenhängt, also dass man da immer betätschelt wird und wenn man halt bequem ist und dann „Fridays for Future“ sagen ja alle immer so, toll, dass ihr euch engagiert, aber hm, vielleicht doch eher samstags. Also dieses nicht ernst genommen zu werden als politische Handelnde, das ist glaube ich ein riesiges Problem oder so, was sich dadurch auch irgendwie in der Debatte zeigt.

Leif Neugebohrn: Ja, ich weiß gar nicht, ob ich tatsächlich das so teile, weil ich glaube, ich hatte auf Facebook vor ein paar Tagen mit einem Journalisten so einen ganz kurzen Austausch, der sich auch darüber aufgeregt hat, dass alle steil gehen auf Kevin. Er hat gesagt, dass sich alle empören. Dann habe ich gefragt, naja, aber so ein bisschen Revoluzzertum und Rebellentum, wäre das nicht total langweilig, wenn sich da niemand empört? Ich finde, es gehört schon irgendwie zusammen und ich bin eigentlich froh, ich glaube, wir sind es einfach nicht mehr gewöhnt. Wir haben 10, 15 Jahre hinter uns, in denen die härteste Diskussion war, die wir geführt haben, ob wir in eine Groko gehen oder nicht, so bundesweit, jetzt nicht nur in der SPD, gefühlt. Ich finde es eigentlich, also von daher, wer mich kennt, weiß, ich bin inhaltlich da extrem weit weg von Kevin Kühnert, aber ich bin ihm sowas von dankbar, dass er diese Debatte angestoßen hat, und ich bin sowas von dankbar, dass da auch so viele drauf reagiert haben. Ich würde mir das wünschen, ich glaube, man muss sich auch, wenn man das Gefühl hat, hey, ich werde nicht ernstgenommen, weil ich jung bin, dann muss man es sich glaube ich erkämpfen. Also dann muss man einfach sagen, ja, dann bin ich jetzt so laut, dann müsst ihr mir zuhören. Vielleicht auch in Bezug auf, du hattest jetzt „Friday for Future“ noch mal angesprochen, ging mir da ehrlich gesagt auch so. So nach dem Motto, wir wollen streiken, wir wollen rebellieren, was ich großartig finde, jetzt völlig unabhängig von den Inhalten, aber finde ich großartig, aber dann gehört es auch dazu, dass man aushält, dass das nicht irgendwie alles mit, dass das da nicht alle sagen, ja klar, wir machen euch alle Möglichkeiten dazu. Ich glaube, wer Schule schwänzt, der muss aushalten, dass das ein Schule schwänzen war, weil sonst wäre es kein Streik, dann wäre der Protest ja nicht mehr da. Also ich glaube, wir müssen schon wieder rebellischer werden, und das aus meinem Mund, ich überrasche mich gerade selber, merke ich.

Delara Burkhardt: Ja, aber du hast ja total recht. Ich glaube eben auch, also ich habe mit vielen von „Fridays for Future“ gesprochen, es sind ja auch teilweise die Jusos, die die Kundgebung anmelden, und denen ist es auch herzlich egal, was die Erwachsenen davon denken und finden das, also ich erlebt das eher als amüsiert sein, dass man eben dadurch ablenkt von dem, was sie eigentlich einfordern, indem man halt über das Schule-Schwänzen spricht oder so, dass es eher amüsiert zur Kenntnis genommen wird. Gleichzeitig haben die Schülerinnen und Schüler einfach auch dann teilweise so ein paar Fragen, die offen sind, also wenn es dann so Abmahnungen gibt in der Schule oder wenn es ja auch richtig Konsequenzen hat, dass dann sie eher nicht wissen, wo sie die Hilfe bekommen und dass eher das das Problem ist, wo man dann sich manchmal alleingelassen fühlt. Aber grundsätzlich ist es denen natürlich bewusst, dass sie streiken, um eben auch bewusst ein Zeichen zu setzen so und das ist, ja klar, braucht es dann mehrere Millionen und auch den Mut mal andere Dinge zu sagen als das, was die Mehrheit dann bequem fände.

Leif Neugebohrn: Und letztlich ganz streng genommen gehört dann selbst die Abmahnung mit dazu, also vielleicht. Also ich glaube, wer sich mal so die 68er Proteste anschaut…

Delara Burkhardt: …genau. Ziviler Ungehorsam, ja.

Friday for Future – mehr junge Menschen in die Politik?

Leif Neugebohrn: Ja genau, in die Richtung. Auf den will ich gleich nochmal zu sprechen kommen, aber eine sprechen kann, aber eine provokative Frage noch zu „Friday for Future“. Du hast vorher gesagt, nicht nur mitmeckern, mitmachen. Also das habe ich so interpretiert bei dir, das waren meine Worte. Jetzt haben wir hunderttausende, die jetzt nicht mehr unbedingt wöchentlich, aber sehr häufig auf die Straße gehen und politisch demonstrieren, wir haben aber gefühlt nur hunderte, die sich so richtig engagieren oder wenige tausend, die in eine Partei gehen und sagen, ich stell mich jetzt nicht nur auf eine Straße und sage, ich finde das alles doof und ihr müsst mal, sondern die sich den Schuh selber anziehen. Wie kommt das? Also da müsste ja eigentlich was passieren, nicht nur sagen, ey, ihr müsst was machen, sondern zu sagen, hey, wir müssen was machen, ich bin da mit dabei.

Delara Burkhardt: Ja, also na klar ist so ein Protest erstmal viel unverbindlicher und macht auch Spaß. Ich erlebe da immer die bunten Demonstrationen, wo sie sich auch Plakate malen, das ist auch total cool. Und ich würde auch nicht sagen, dass jeder, der da steht, auch wenn er wirklich was bewirken will, dann auch in Parteien eintreten muss, weil man hat ja auch gesehen, wie viel Einfluss „Fridays for Future“ auf die politische Debatte hat einfach dadurch, dass sie jetzt seit 20 Wochen streiken. Also das ist ja jetzt nicht etwas, was ich dann mache so. Wo ich halt immer ein bisschen Bauchschmerzen bekomme, ist wenn dann Ablehnung darüber geäußert wird sich überhaupt mit Vertretern von Parteien zum Beispiel zu treffen, was in einigen „Fridays for Future“-Gruppen auch passiert ist. Wo ich mir so denke, ja Leute, aber die Entscheidungen werden im Endeffekt in Parlamenten getroffen und ihr müsst dann überlegen, wie ihr die Menschen, die dort die Entscheidungen treffen, auch erreichen könnt, und ihr könnt eben auch diese Menschen sein, die die Entscheidung treffen, dafür muss man halt glaube ich viel Bewusstsein auch machen. Und ich finde da eben auch die Jusos immer auch ein bisschen vorbildhaft für die SPD, weil wir mit der Doppelstrategie, so nennen wir das, eben auch immer daran arbeiten, dass wir Bewegungen, die auf der Straße sind in der Zivilgesellschaft, dass wir uns mit denen vernetzen, dass wir Teil davon sind und eben auch sagen, wir als Partei, wir sind die Brücke ins Parlament und wir können eben da vermitteln. Und das ist etwas, was glaube ich immer auch ein bisschen Wissen voraussetzt darüber, wie das alles funktioniert. Deswegen finde ich es auch wichtig, dass Parteien so welche auftauchen, eine Bewegung als Anlass nehmen mit ihnen ins Gespräch zu kommen und eben nicht nur abzulenken davon, was sie eigentlich wollen, indem man da auf die Formalia verweist, sondern dass man eben auch bereit ist zuzuhören und diese Bewegung aufzunehmen und in seinen eigenen politischen Kompass einzuarbeiten, weil dafür sind Parteien meiner Empfindung nach da diese Brücke zwischen Zivilgesellschaft und Parlament zu sein, ohne dass halt jeder in der Zivilgesellschaft sich auch immer gleich einer Partei zugehörig fühlen muss, obwohl das natürlich viel besser ist und ich auch gerade bei jungen Menschen immer sage, ey Leute, ihr müsst euch nicht wundern, dass teilweise Entscheidungen getroffen werden, die unsere Zukunft, und das war ja auch mein Ur-Motiv, warum ich überhaupt politisch aktiv geworden bin, wenn in den Parteien, also die Orte, wo Listen aufgestellt werden, wo Programme aufgestellt werden, dominiert sind von ältere Menschen, dann ist es doch klar, dass junge Interessen da vielleicht eher weniger eine Rolle spielen. Also klar, das ist auf jeden Fall ein Thema, diese Brückenfunktion ist halt wichtig, die müssen wir verstehen.

Leif Neugebohrn: Ja, wir müssen einfach, ich glaube, wir müssen uns wirklich irgendwann mal hinsetzen und überlegen, wie schaffen wir es, dass nicht nur für junge Leute, so generell klar ist, wenn ich was politisch verändern will, dann ist der erste Ort, wo ich das tun sollte, eine Partei. Und ich brauche auch nicht drauf hoffen, dass ich eine Partei finde, die mich hundertprozentig glücklich macht, das wird nie der Fall sein, aber wenn mir was nicht passt, dann muss ich irgendwie dran arbeiten. Das ist tatsächlich glaube ich etwas, was ein Riesenthema für uns wäre.

Delara Burkhardt: Ich weiß nicht, ob es der erste Schritt sein muss, aber es sollte irgendwann, also es kommt auf jeden Fall irgendwann zu dieser Erkenntnis, …

Leif Neugebohrn: Oder der wichtigste.

Delara Burkhardt: … wenn man lang genug an einem Anliegen arbeitet. Ja, auf jeden Fall. Also da gibt’s viele Menschen, mit denen ich halt zusammen angefangen habe, also Politik zu machen, die also, war halt viel in der Bündnis-Arbeit bei mir vor Ort, also wir hatten ein antifaschistisches Bündnis bei uns vor Ort, weil das Jugendzentrum angegriffen wurde von sogenannten Autonomen Nationalisten. Und die meisten Leute, mit denen ich dann in so relativ lose Strukturen zusammengearbeitet habe, die sind mittlerweile auch meistens parteipolitisch aktiv, weil die irgendwann an einen Punkt kommen in ihrem zivilgesellschaftlichen Ehrenamt, wo sie halt merken, okay, vielleicht ist es ganz gut auch einen Namen in der Partei zu haben, damit man eben auch direkt Politik beeinflussen kann. Das ist eine Erkenntnis, die kommt dann mit einer Weile. Also ich finde so grundsätzlich würde ich nicht sagen, das ist erstmal so wütend zu sein und auch aufgeregt zu sein und auf die Straße zu gehen, dass es erstmal ein guter Impuls ist, mit dem man arbeiten kann, aber eben auch Parteien, also Parteien eben auch ein Ort sein müssen, wo das möglich ist sowas aufzunehmen. Und das ist manchmal vielleicht auch etwas zu starr noch, also dass man, wenn man eine Partei hat, die sich erstmal verunsichert fühlt, wenn so eine riesige Bewegung wie „Fridays for Future“ auftaucht, anstatt zu sagen, ja Leute, klar, wir reden mit euch und wir machen mit euch jetzt zusammen Politik und wollen auch Einflüsse mitaufnehmen. Also dass man viel Offenheit auch in der Partei haben muss für so welche Bewegungen, das ist etwas, woran wir arbeiten müssen, weil daraus kommt die SPD ja auch. Also wie hat sich die SPD gegründet? Die kommt aus der Arbeiterbewegung und wir waren eben immer Teil der Zivilgesellschaft und das muss ja einfach auch immer so sein, also ist für mich eigentlich Grundverständnis wie Partei funktionieren kann.

Die schleichende Normalisierung von Rechten auf der Straße und in der Politik

Leif Neugebohrn: Vielleicht, du hast gerade deine Arbeit in antifaschistischen Bündnissen angesprochen, das ist so ein kurzes Thema, was ich am Schluss gerne noch mal an ansprechen würde. Ich habe im Moment so das Gefühl, dass wir auch da noch mal überlegen müssten, wie man vielleicht was tun kann. Also ich habe einfach immer stärker das Gefühl, dass es normal wird, dass irgendwelche rechten Parteien auf der Straße Wahlkampf machen, dass die normale Ansprechpartner geworden sind, dass die in die Mitte der Gesellschaft angekommen sind und das ist für viele Leute einfach nur noch eine Frage von, ja, haben die recht oder nicht, ist, und nicht, Moment, was steckt da eigentlich hinter so einer Partei wie der AfD. So mal ein Beispiel. Ich wohne ja hier ziemlich auf dem Land, ein kleines Örtchen, 12.000 Einwohner, und wir haben jetzt hier jeden Freitag am Markt die AfD mit einem riesigen Stand stehen. Die anderen Parteien übrigens nicht, die sind nicht sichtbar. Und das ist für alle normal, jeder geht da dran vorbei, alle ignorieren das oder sagen, ja, man kann da ja nichts gegen sagen und ich schaffe das dann meistens nicht, das ist dann immer für meinen Freund, wenn wir auf den Markt gehen und einkaufen, immer ein bisschen peinlich, weil ich werde dann laut und mische diesen Stand auf. Und gestern bin ich dann von denen dann auch gleich noch körperlich angegangen worden, die haben mir dann versucht irgendwie Handy aus der Hand zu schlagen und mich wegzuschubsen und so. Und selbst dann kommt Polizei und sagt, ja, ist doch alles nur halb so wild. Was meine Frage ist: Müssen wir nicht versuchen und die stelle ich ganz bewusst dir auch als Europa-Politikerin, müssen wir nicht versuchen irgendwie Lösungen zu finden, wie wir da noch stärker, vielleicht auch überparteilich, ich habe gerade das Lied der Partei gesungen, aber jetzt mal das Überparteiliche, das überparteiliche Lied, zu sagen, hey, wir müssen was gegen diesen Trend tun, der ja europaweit zu sehen ist, wir müssen gucken, dass wir die politische Debatte innerhalb der demokratischen Kräfte wieder beleben, aber wir müssen auch ganz stark was dafür tun, dass das nicht mehr kommt?

Delara Burkhardt: Ja, ich meine, ich kann den Impuls auch voll nachvollziehen. Ich sitze ja auch gerade viel mit AfDlern auf Podien…

Leif Neugebohrn: Dafür beneide ich dich übrigens überhaupt nicht.

Delara Burkhardt: Danke. Es ist auch wirklich nicht schön und es fühlt sich auch immer komisch an, wenn die dann ganz normal auch den Raum betreten und das halt so normal ist, dass da jetzt eine rechte Partei einfach mit auf dem Panel sitzt und ihre Parolen da raushauen kann. Ich kann aber zum Glück auch sagen, und lass uns doch mal darauf konzentrieren, dass ich da meistens gar nichts sagen muss, weil die Partei von den meisten Leuten dann einfach auch schon selbst zerlegt, also das macht das Publikum oft selbst, das müssen wir nicht auf dem Podium machen. Und ich finde, davon kann man halt ganz viel lernen. Also ich arbeite mich auch nie daran ab, was die da so sagen, weil ich nämlich ganz klar zeigen kann, dass diese Parteien keine Lösung für irgendein Problem vorstellen, sondern denen geht’s halt um die Durchsetzung ihrer eigenen Ideologien und ein oben nach unten, links und rechts, und es gibt die anderen und die wollen wir nicht. Also das ist halt alles ganz abgrenzend, aber eine Lösung wird da nirgendwo präsentiert. Und deswegen weigere ich mich grundsätzlich, also ich haue dann schon mal auch einen Spruch raus oder bin da auch mal mit einer Spitze dabei, aber grundsätzlich sage ich, ich möchte mich nicht an denen abarbeiten und ich finde das ist die Aufgabe aller demokratischen Parteien, dass wir uns nicht an ihnen abarbeiten müssen, einfach weil wir untereinander einfach schon deutlichmachen, dass es im demokratischen Block ganz unterschiedliche, also demokratischen, proeuropäischen Block, ganz unterschiedlich Ideen davon gibt, wie es auf diesem Kontinent weitergehen muss politisch, und dass wir da eben Unterschiede zulassen müssen und dass wir da nicht immer gleich den Kompromiss zuerst denken müssen, wenn wir sagen, es gibt wahrscheinlich eine große Koalition oder so im Europäischen Parlament, obwohl das natürlich auch überhaupt ein falscher Begriff ist für die Arbeit im Europäischen Parlament, aber dass man eben nicht den Kompromiss zuerst denkt, sondern eben daran arbeitet unter den Parteien, die demokratisch, die proeuropäisch sind, eben die Unterschiede deutlich zu machen. Und dass man dann eben auch wieder ein spannendes Politikangebot hat, dass es eben nicht nur wir gegen die Rechten ist, sondern wir bunte demokratische Gesellschaft gegen die Rechte, weil wir eben diese Unterschiede deutlichmachen. Und ich glaube, das ist auch ein Grund, warum die Rechtspopulisten in ganz Europa so stark sind, weil es eben zu wenig, gerade seit der Finanzkrise, zu wenig Alternativen zur Politik, die tatsächlich gemacht wurde, gab. Und da waren die Rechtspopulisten, die einzigen und sich die demokratischen Parteien ein bisschen damit abgefunden haben auf diese Angriffe von rechts zu reagieren anstatt eine eigene Agenda zu setzen. Also wir sehen das ja mit der Migrationspolitik ganz stark bei den Sozialdemokraten auch, dass man da immer nur reagiert hat auf das, was die Rechten gesagt hat, anstatt zu sagen, Moment, wir haben aber eigentlich ganz andere Ideen. Und das nehme ich eher als Auftrag, also dass man ein spannendes Politikangebot machen muss, das sich unterscheidet, damit man eben begeistern kann für die anderen Alternativen, die zu Alternativen da sind, das ist glaube ich die große Herausforderung. Und ich möchte einfach nicht immer nur mich abgrenzen von den Rechtspopulisten, weil es nervt. Ja klar.

Leif Neugebohrn: Da stimme ich dir auf jeden Fall zu. Ich würde das auf einem Podium ganz genauso sehen. Ich bin selber gerade so ein bisschen ratlos, was das angeht. Also ich merke halt einfach nur dieses Selbstverständnis, was irgendwie Einkehr gefunden hat, dass die als normaler politischer Akteur wahrgenommen werden auf der Straße, bei Plakaten, in Fernsehsendungen und so. Ja, also tatsächlich, ich bin gerade ein bisschen ratlos, was man dagegen tun soll. Ich habe mal in den USA ein ganz spannendes Gespräch gehabt, da hat mir jemand von den Demokraten vorgeschlagen, gründet doch einfach überparteilich in ganz Deutschland irgendwie eine große Organisation, die nichts anderes tut als sich denen entgegenstellen, weil die dann diejenigen, also die sind dann nicht im Verdacht sozusagen Parteipolitik zu machen. Ich weiß auch nicht, ob man in so eine Richtung gehen sollte, auch das gibt es ja teilweise schon mit „Endstation Rechts“ zum Beispiel.

Delara Burkhardt: Und „Aufstehen gegen Rassismus“ war ja auch so ein Versuch.

Leif Neugebohrn: Genau.

Delara Burkhardt: Da haben wir auch alle Bündnisse mitgemacht.

Leif Neugebohrn: Aber vielleicht müsste man es wahrscheinlich noch stärker machen oder ich weiß es nicht. Also ich bin da tatsächlich ratlos gerade.

Delara Burkhardt: Ja, aber ich meine, der Punkt ist doch, dass wir auch im konservativen Lager sage ich mal durchaus Anschlüsse an die Rechtspopulisten haben, ne. Also wenn wir mal gucken, was so ein Heimatminister verzapft im „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ oder ja, also dass da ja Anschlussfähigkeiten sind und dass es eben schwierig ist da dieses Raster aufzumachen, weil ist da auch ein Grund, warum die AfD in so kurzer Zeit so stark sind geworden ist, eben auch grundsätzlich ein Potenzial für gab so, ne. Und dass da glaube ich eher, dadurch dass man eben auch Alternativen vorschlägt, auch sich Konservative, die vielleicht eher dann in einigen Fragen eher rechter sind als vielleicht die Bundeskanzlerin, dass man die da auch aus der Reserve locken muss und dass es dann um diese Konfrontation gehen muss, aber die man eben nur dann herstellt, wenn es ein eigenes Politikangebot gibt. Da bin ich wieder dabei. Also man kann ja nur rauskitzeln, was Unterschiede sind, wenn man da auch wirklich ja polarisiert in der Debatte und das passiert glaube ich zu wenig. Und ja, gegen Rechts sagen halt alle, gerade in Deutschland so, aber die Konsequenz, was das für das eigene politische Handeln auch bedeutet, da sind halt viele noch nicht in der Situation gewesen, dass sie sich dann rechtfertigen müssen und daran messen lassen müssen. Und dieses, ja, wir sind eine bunte Gesellschaft, wir halten uns alle die Hände Ding, das ist dann im gewissen Punkt ein bisschen unglaubwürdig, wenn man eben weiß, dass Minister der eigenen Partei so jetzt im Falle der Konservative für so ein Rausschmeißgesetz für härtere Abschiebung auch die Hand heben würden. Das ist halt, hm, also ich weiß halt nicht, ob dieses bloße Formieren als Bekenntnis zu Vielfalt das ist, was es bringt. Also es muss sich ja auch im Politikangebot wiederfinden.

Leif Neugebohrn: Ich merke, du hast einen extrem starken Kompass, das finde ich gut. Ich wünsche dir auf jeden Fall extrem viel Erfolg dabei eine politische Alternative auch in Europa zu formulieren und aufzuzeigen und all den Leuten als Angebot zu machen. Wahlkampf dauert jetzt nicht mehr ganz so lange, von daher …

Delara Burkhardt: Noch lang genug.

Leif Neugebohrn: Bald kommt dann sozusagen das wahre Leben in Brüssel und wo ich vor allem hoffe und dir die Daumen drücke, aber dich auch auffordere ehrlichgesagt, ist, dass du dann genauso sichtbar bleibst wie jetzt im Wahlkampf. Das würde ich mir extrem wünschen, dass das nicht eine wahlkampfbezogene Geschichte ist, sondern dass wir ganz viel von dir hören. Und ich weiß, ich bin wahrscheinlich überhaupt nicht mit allem einverstanden, was du da machen wirst, und genau das finde ich großartig, wenn ich genau davon dann auch hören würde, und von den vielen Sachen, wo ich einverstanden bin, natürlich auch. Von daher erstmal …

Delara Burkhardt: Da können wir doch sagen: Deal.

Leif Neugebohrn: Ja.

Delara Burkhardt: Machen wir. Ja.

Leif Neugebohrn: Genau. Daher vielen Dank für das Gespräch. Ich fand es extrem interessant. Danke, dass du dir in dieser heißen Wahlkampfphase Zeit genommen hast jetzt, eine Stunde Zeit mit mir hier zu quatschen. Und ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg.

Delara Burkhardt: Gerne. Danke dir.

So. Dann, wenn euch dieses Gespräch gefallen hat und wenn ihr vielleicht öfters mal sowas hören würdet, dann würde ich mich freuen, wenn ihr mir einen Like dalassen würdet oder einen Kommentar. Schreibt mir, was ist eure Vision von Europa, was sollte hier passieren, was sind eure Gedanken und Ideen? Und am besten ist natürlich, ihr abonniert mich. Ihr könnt mich bei Spotify, bei SoundCloud und bei iTunes finden. Und dann hören wir uns auch beim nächsten Mal. Vielen Dank und Tschüss.

Leif Neugebohrn

Ich bin Politik- und Kommunikationsberater. Ich beschäftige mich mit der Frage: Wie können wir Politik so attraktiv machen, dass sie Menschen regelrecht magnetisch anzieht? Ich habe Kunden auf der ganzen Welt und gebe neben Überzeugungsarbeit.de auch den Blog Leif.live und Magnetic-Politics.com heraus.
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