Facebook für die Politik: Machst Du einen dieser 17 Fehler?

Facebook für Politiker und Parteien
Maurice Schmidt

Maurice Schmidt

Junior Content Manager bei Magnecon. Er ist seit vielen Jahren selbst politisch aktiv und hat so auch als Ehrenamtlicher Erfahrungen in Wahlkämpfen sammeln können.
Maurice Schmidt

Maurice Schmidt

Junior Content Manager bei Magnecon. Er ist seit vielen Jahren selbst politisch aktiv und hat so auch als Ehrenamtlicher Erfahrungen in Wahlkämpfen sammeln können.

Facebook ist das wichtigste Social Network für die Politik – und trotzdem machen dort Parteien und PolitikerInnen noch immer unglaublich viele Fehler. Dabei ist es so wichtig, dort professionell zu arbeiten! Hier kommen 17 häufige Fehler. Stell jetzt sicher, dass Du nicht auch einen davon machst!

Facebook ist das wichtigste Social Network für die Politik

Über 32 Millionen Menschen in Deutschland nutzen Facebook jeden Monat! Damit ist Facebook mit großem Abstand das wichtigste und größte Soziale Netzwerk. Social Media ohne Facebook? Das ist kaum denkbar! Besonders auf lokaler Ebene beziehen viele Menschen ihre Informationen über Facebook und tauschen sich über regionale Events und Ereignisse aus. Mehr zur Bedeutung von Facebook findest Du auch in diesem Blogartikel. Leider stolpern viele Parteien und KandidatInnen immer wieder über eigentlich sehr einfach zu vermeidende Fehler. Deshalb habe ich hier die 17 häufigsten Fehler für Dich zusammengestellt und zeige Dir, worauf Du achten musst.

1. Du hast gar kein Facebook

Wer Facebook und seine Reichweite unterschätzt macht bereits den ersten Fehler! Es gibt immer wieder Menschen, die sagen: “Facebook stirbt aus”, “niemand nutzt Facebook”, etc. Das ist einfach falsch. Facebook ist immer noch das größte soziale Netzwerk. Besonders Personen mittleren Alters sind dort vertreten. Zwar beteiligen sich viele Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland nicht so aktiv an den Diskussionen, es lesen jedoch viele mit und bilden sich so ihre Meinung. Deshalb ist es wichtig, dass auch Du bei Facebook vertreten bist, mitdiskutierst und Deine Inhalte verbreitest.

2. Du hast keine Facebook-Seite

Bei Facebook gibt es Profile und Seiten. Der vermutlich schwerwiegendste Fehler bei Facebook ist es, diese miteinander zu verwechseln. Wenn Du für Deine Parteigliederung oder Deine Fraktion bei Facebook einen Auftritt einrichten willst, dann geht das nur mit einer Seite! Das Profil dafür zu nutzen verstößt gegen die Facebook-Nutzungsbedingungen und führt oft dazu, dass Profile ohne Vorwarnung gelöscht werden. Solltest Du jetzt noch ein Profil haben, was eigentlich eine Parteigliederung darstellt, dann wandel es schnell in eine Seite um!  

Aber auch für PolitikerInnen und KandidatInnen ist die Facebook-Seite extrem wichtig, denn Sie hat eine Funktion, die Dein Facebook-Profil nicht hat: Du kannst Werbung schalten. Ohne bezahlte Reichweite aber ergibt Facebook langfristig keinen Sinn. Siehe dazu Punkt 17!

3. Du postest auf Deiner Seite interne Botschaften

Deine Facebook-Seite ist der ideale Kanal, um mit Deinen Wählerinnen und Wählern in Kontakt zu kommen. Nutze ihn auch dafür! Die Facebook-Seite ist nicht dafür da, Dich vor allem an Deine eigenen Leute zu wenden. Interne Botschaften lassen Deine Seite schnell für die anderen Menschen vollkommen uninteressant werden. Wähle für die interne Kommunikation besser andere Kanäle aus, wie beispielsweise Newsletter oder geschlossene Facebook-Gruppen. Häufig höre ich: “Aber wir müssen doch auch die eigenen Leute im Blick behalten!” Ja, das müsst Ihr. Aber nicht auf Eurer Facebook-Seite!

4. Du postest ständig von Euren Veranstaltungen oder Aktionen

Das Grünkohlessen mit dem Ortsverein oder das letzte Sommerfest Deiner Partei mögen schöne Veranstaltungen gewesen sein. Und auch Eure Fraktionssitzung mag für Dich vielleicht wichtig und interessant sein. Diese haben jedoch nichts auf Deiner Facebook-Seite zu suchen. Auch der Besuch anderer interner Veranstaltungen, wie Wahlkonferenzen oder irgendwelche Seminare, interessieren die Menschen nicht und lassen Deine wirklich wichtigen Inhalte in den Hintergrund rücken.

5. Du sprichst von Dir in der Dritten Person 

Du solltest niemals in der dritten Person von Dir oder Deiner Partei sprechen – ganz besonders nicht auf Facebook. Alle Leute, die auf Deiner Seite sind oder Werbung von Dir bekommen, wissen bereits, wer zu ihnen spricht. Ein “Wir” oder “Ich” ist viel persönlicher und authentischer. Die Regel ist also klar: Wenn Du für Dich persönlich schreibst, dann aus der Ich-Perspektive. Für Deine Parteigliederung dann aus der Wir-Perspektive. 

Übrigens: Du musst auch nicht ständig erklären, wer Du bist und alle Deine Positionen aufzählen. Eine Formulierung wie “Ich, Vorsitzender der Ich-Partei, stv. Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur finde, dass…” ist eher peinlich.

6. Zu viel Text

Auf Facebook solltest Du keine Romane schreiben. Bei zu viel Text werden viele Leute einfach weiterscrollen. Deshalb solltest Du auch nicht Deine Anträge für den Rat oder Deine Pressemitteilungen auf Facebook veröffentlichen. Besser ist es, ein kurzes Posting zu erstellen, welches das Thema zusammenfasst und Interesse für mehr weckt. Weitere Informationen sollten dann gut aufbereitet in einem Beitrag auf Deiner Webseite zur Verfügung stehen, der in dem Posting natürlich verlinkt wird.

7. Du postest Pressemitteilungen

Das Wort “Pressemitteilung” ist doch eigentlich ganz einfach zu verstehen: Eine Mitteilung an die Presse. Warum posten dann so viele noch ihre Pressemitteilungen bei Facebook? Hier einmal ganz deutlich: Pressemitteilungen haben bei Facebook nichts verloren! (Darüber haben wir hier schon 2016 geschrieben – und es hat nichts an Aktualität eingebüßt!)

8. Du nutzt keine Bilder oder Videos

Jedes Posting braucht entweder ein passendes Bild oder ein Video! Reine Text-Postings sollten in der Regel tabu sein! Achte aber bitte darauf, dass dabei nicht nur Du, sondern vor allem Dein Inhalt im Vordergrund steht. In jedem Posting eines Deiner Standardporträts zu nutzen ist keine gute Idee! Verwende besser immer neue Fotos und Videos, die Deine Botschaft illustrieren können.  

9. Deine Videos funktionieren nicht ohne Ton

Videos werden bei Facebook heute nahezu immer zunächst ohne Ton geschaut. Nur dann, wenn User ein Video richtig interessant finden, schalten sie den Ton ein. Oft ist dies aber nicht einmal möglich, weil sie vielleicht gerade unterwegs sind, oder die Menschen in ihrer Umgebung nicht stören können oder wollen. Deshalb ist es wichtig, dass Deine Videos immer Untertitel haben – oder besser sogar mit großen Texteinblendungen versehen sind.

10. Du postest zu selten

Facebook funktioniert nur dann, wenn Du regelmäßig postest! Übrigens auch dann, wenn kein Wahlkampf ist. Du musst den Menschen zeigen, dass Du an der Umsetzung Deiner Themen und Ideen arbeitest. Sie müssen immer wieder etwas von Dir mitbekommen. Auch für Deine Reichweite auf Facebook und den damit verbundenen Algorithmus ist die Regelmäßigkeit sehr wichtig. 

11. Du reagierst nicht auf Kommentare 

Kommentare unter Deinen Facebook-Beiträgen sind das Beste, was Dir passieren kann. Sie zeigen, dass die Menschen Dein Thema für wichtig halten. Deshalb ist es essenziell, auf die Kommentare zu reagieren. Dabei musst Du immer im Kopf haben, dass Du nicht nur denen antwortest, die Kommentare schreiben, sondern allen, die mitlesen. Sei also gelassen und stets freundlich – auch wenn die Kritik einmal nicht so konstruktiv formuliert wurde. Viele der Mitleser werden das als positiv wahrnehmen. Nur im Ausnahmefall ist es ok, Kommentare zu löschen. Von diesen Fällen abgesehen, solltest Du grundsätzlich auf alle Kommentare antworten! 

12. Du kommentierst nicht bei Anderen

Eine Möglichkeit Deine Sichtbarkeit zu erhöhen ist, Kommentare bei Beiträgen von anderen Profilen oder Seiten zu verfassen. Egal ob zu einem Artikel Eurer lokalen Tageszeitung oder einem Posting Eurer Stadtverwaltung. Viele Leute werden dadurch erst auf Dich aufmerksam und Du kannst Deine Reichweite extrem erhöhen. Zum Kommentieren kannst Du sowohl Dein privates Profil als auch Deine Facebook-Seite nutzen (letztere nur auf anderen Seiten oder in manchen Gruppen). 

13. Du bist nicht in Gruppen aktiv

Viele Städte und Regionen haben eigene Facebook-Gruppen in denen sich über lokale Themen ausgetauscht wird. Auch hier solltest Du aktiv sein. So kannst Du Deine Bekanntheit aufbauen und zeigen, dass Du Dich für die Probleme der Leute vor Ort interessierst und Dich “kümmerst”. Dabei kannst Du sowohl Dein privates Konto als auch Deine Facebook-Seite nutzen, um in Gruppen aktiv zu sein, sofern diese das in ihren Einstellungen zulassen.

14. Du postest automatischen Content 

Deine Postings müssen für jeden Social-Media-Kanal individuell geschrieben und angepasst werden. Du kannst nicht die gleichen Postings für Twitter, Facebook und Instagram nutzen, da es sich um verschiedene Netzwerke handelt, die alle anders funktionieren. Nutze daher bitte keine automatischen Verknüpfungen oder Werkzeuge, die einen Content gleichzeitig auf verschiedenen Netzwerken posten. 

15. Du nutzt keinen Facebook-Business Manager

Du nutzt Facebook in der Politik nicht privat – sondern mit einem professionellen Hintergrund. Daher brauchst Du den Facebook Business-Manager. Mit ihm kannst Du Deine Facebook-Seiten besser verwalten und Deine MitstreiterInnen sicherer einbinden. Auch die Verknüpfung mit einem Werbekonto, welches dann offiziell zu Deiner Partei gehören kann, ist hier deutlich besser möglich. 

16. Du hast nur einen Administrator 

Deine Facebook-Seite sollte mehr als einen Administrator haben. Ein häufiger Fehler ist, nur einen Admin zu haben und alle anderen als Redakteure einzusetzen. Das bringt aber enorme Sicherheitsprobleme. Sollte der persönliche Account des Administrators gesperrt werden, kommt Ihr nicht mehr so ohne weiteres an Eure Seite heran. Dies gilt auch für den Fall, dass der Kontakt zum einzigen Admin abbrechen sollte.

17. Du schaltest keine Werbung

Werbung auf Facebook ist unverzichtbar. Deine Reichweite wird ohne Werbung in Deinen Zielgruppen nie groß genug sein. Häufig besteht Deine sogenannte organische Reichweite auch nur aus der eigenen Filterblase und viele Leute außerhalb davon werden gar nicht erreicht. 

Facebook ist Dein Aushängeschild

Facebook ist für die Politik und für Wahlkämpfe extrem wichtig. Diese Fehler habe ich aber schon viel zu oft bei Parteien oder PolitikerInnen gesehen. Ein guter Facebook-Auftritt macht Arbeit – die durch diese Fehler oft zunichtegemacht werden.

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