Facebook Protect: Mehr Sicherheit für die Bundestagswahl

Facebook Protect
Florian Stenner

Florian Stenner

Projektmanager PR, Marketing & Kommunikation bei Magnecon. Er hat beruflich Erfahrungen als Journalist, Pressereferent im Bundestag und Marketingexperte in der Wirtschaft gemacht.
Florian Stenner

Florian Stenner

Projektmanager PR, Marketing & Kommunikation bei Magnecon. Er hat beruflich Erfahrungen als Journalist, Pressereferent im Bundestag und Marketingexperte in der Wirtschaft gemacht.

Zum Schutz vor Hackerangriffen und unbefugten Zugriffen hat Facebook das Programm Facebook Protect in Deutschland ausgerollt. Zum Start in die heiße Phase des Bundeswahlkampfs will Facebook so Parteien, KandidatInnen und Wahlkampfteams bestmöglich vor Cyberattacken schützen.

Facebook Protect - Einladung
Einladung zu Facebook Protect auf der Startseite von Facebook

So funktioniert Facebook Protect

Als Schutzprogramm gegen Hackerangriffe funktioniert Facebook Protect vergleichsweise einfach: Es schützt private Accounts und damit auch mit dem Account verknüpfte Seiten und Werbekonten, indem der Login bei Facebook möglichst sicher gestaltet wird. Hat ein Hacker sich nämlich Zugriff auf den privaten Account verschafft, kann er theoretisch (und leider oft auch praktisch) auf offiziellen Seiten und in Werbekonten schalten und walten. 

Wer jetzt auf ausgeklügelte Tools und Schutzmaßnahmen hofft, wie man sie von den etablierten und zum Teil sehr teuren Anti-Viren-Programmen kennt, der wird allerdings enttäuscht. Denn im Kern ist Facebook Protect dafür da, um

  • das für den eigenen Account verwendete Passwort auf seine Sicherheit zu bewerten und gegebenenfalls eine Änderung des Passworts vorzuschlagen.
  • die Zwei-Schritt-Verifizierung zu aktivieren. Dadurch wird nach der Eingabe des Passworts und vor dem Login ein Code zwischengeschaltet, der per SMS oder E-Mail beim Accountinhaber ankommt und zum Abschluss der Verifikation eingegeben werden muss. 

Für viele Facebook Nutzer ist weder die Verwendung eines sicheren Passworts, noch die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung etwas Neues. Vielleicht auch deshalb hat Facebook eine weitere Funktion zum Schutzprogramm bekannt gegeben, von der wir Nutzer allerdings nichts mitbekommen: Facebook Protect führt laut eigenen Angaben ein Monitoring durch, um nach Hackerangriffen im Kontext der Bundestagswahl Ausschau zu halten. 

Wer das Programm nutzen kann

Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Nutzung des Schutzprogramms freiwillig ist. Damit unterscheidet sich das Programm ganz wesentlich von der Einführung von Disclaimern, also der besonderen Kennzeichnungspflicht von Wahlwerbung. 

Für Facebook Protect kommen nach Angaben des Unternehmens alle Accountinhaber in Frage, die für ein politisches Amt bzw. Mandat kandidieren oder innehaben sowie deren Wahlkampfteams. Da gerade im Wahlkampf auch externe Agenturen Zugriff auf entsprechende Werbekonten und Seiten haben, gehören auch Dienstleister zum Kreis der potenziell Auserwählten. 

Wie man anhand der Screenshots am Ende des Beitrags sehen kann, wurde auch mir als Projektmanager von Magnecon Facebook Protect empfohlen. In jedem Fall gibt es keine Möglichkeit, sich selbst für das Schutzprogramm zu bewerben. Facebook kommt auf die Nutzer zu. 

Das Tool erscheint dabei automatisch auf der Startseite von Facebook. Mit einem Klick auf den Button “Aktivieren” öffnet sich das Schutzprogramm. Anschließend wird Schritt für Schritt erklärt, warum das eigene Konto in Zeiten des Wahlkampfs besonders schützenswert ist und welche Maßnahmen aus Sicht von Facebook im Konto ergriffen werden sollten. 

Das sind die offenen Fragen bei Facebook Protect

Wie Facebook relevante Accounts identifiziert, darüber trifft das Unternehmen keine Aussagen. Auch nähere Informationen zum Monitoring gegen Hackerangriffe werden nicht näher erläutert. Das bedeutet, dass entscheidende Fragen offen bleiben. 

Verlässt man die politische Filterblase in Deutschland, hinterlässt Facebook leider ebenfalls so manches Fragezeichen. Zwar hat das Unternehmen Ende Juli 2021 angekündigt Facebook Protect im kommenden Jahr weltweit ausrollen zu wollen, mehr Infos gibt es dazu aber nicht. 

Auch bleibt die wichtige Frage offen, ob sich das Schutzprogramm auch in Zukunft auf Parteien, PolitikerInnen und Wahlkampfteams beschränkt – oder ob Facebook Protect irgendwann einmal für jeden Nutzer zur Verfügung stehen wird. 

Fazit: Facebook Protect ist ein Muss, aber es gibt keine große Neuerung für sorgsame NutzerInnen! 

Facebook Protect mag auf den ersten Blick kein Quantensprung im Kampf gegen Cyberattacken sein. Dafür sind die Funktionen des Programms zu dünn und sorgsame NutzerInnen von Facebook haben die entsprechenden Maßnahmen schon längst ergriffen. Trotzdem gibt es noch genug Menschen, die durch schwache Passwörter und eine fehlende Zwei-Schritt-Authentifizierung für Hacker leicht angreifbar sind. Darum ist die Einführung von Facebook Protect eine sinnvolle Maßnahme zum Schutz vor Hackerangriffen bei Facebook und Instagram. 

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