Das Geheimnis des erfolgreichsten Wahlkampfs seit vielen Jahren (Podcast)

SPÖ Landtagswahlkampf Kärnten

Bei der Landtagswahl in Kärnten im März 2018 konnte die SPÖ einen Erdrutschsieg erringen. Aber wie hat sie das geschafft? In dieser Ausgabe meines Podcasts spreche ich mit dem Verantwortlichen für digitales Marketing der SPÖ-Kärnten, Günther Svetits. Er verrät mir die Geheimnisse dieses unglaublichen Erfolgs.

 

 

Link: Der Beitrag von Peter Kaiser im Januar  (Die volle Statistik kann nur für Admins der Seite gesehen werden, daher weichen die Zahlen etwas ab)

Hier bekommt Ihr außerdem noch mehr Informationen zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und Wahlkampf und über politisches Online-Marketing.

Transkript des Podcasts

Was ist das Geheimnis des erfolgreichsten sozialdemokratischen Wahlkampfes in den vergangenen Jahren? Ich spreche mit dem Social Media Beauftragten der SPÖ Kärnten und er berichtet von seinen Erfahrungen aus einem wirklich genialen Wahlkampf. Viel Spaß!

Leif Neugebohrn: Moin moin und herzlich willkommen hier zu einer neuen Ausgabe meines Podcasts auf Überzeugungsarbeit.de Ich habe heute einen ganz besonderen Gast, nämlich Günther Svetits. Günter ist Social-Media Verantwortlicher in Kärnten für die SPÖ und den dortigen Landeshauptmann Peter Kaiser und das ist deshalb so was besonderes, weil die hatten am 4. März 2018 Landtagswahlen in Kärnten und da ist etwas passiert, was für zumindest das linke Parteienspektrum in Europa einzigartig ist: Die haben es geschafft, aus der Regierungsverantwortung heraus für die SPÖ ihr Ergebnis von etwa 37 % auf über 47 % zu erhöhen und haben fast 11% Punkte dazugewonnen. Das ist etwas, da schauen die ganzen Sozialdemokraten aus ganz Europa neidisch drauf.

Ich habe Günther in Österreich kennengelernt und dort gesehen, dass die SPÖ in Kärnten ganz viel Social Media im Wahlkampf gemacht hat. Deshalb wollte ich in diesem Podcast unbedingt einmal mit dem Online Marketing Verantwortlichen der SPÖ Kärnten sprechen – herzlich willkommen Günther.

Günther Svetits: Hallo, servus Leif.

Schön dass du da bist! Stell du dich doch auch selbst noch mal ein bisschen vor, denn du bist ja nicht der typische Partei-Angestellte, sondern schon ein bisschen anders, oder?

Ja, ursprünglich komme ich aus einer anderen Branche. Vom Online-Marketing. Aber nicht im politischen Sinne, sondern aus der Zeitungsbranche. Dort habe ich auf Online-Plattformen Werbung verkauft. Und verschiedene Plattformen ausgebaut und die Leute erreicht durch Onlinewerbung. Die politische Arbeit war mir eigentlich fremd. Deshalb war es eine spannende Herausforderung und ich hatte eine große Freude, dass ich eingeladen worden bin, dort mitzuarbeiten und ich ins Boot geholt worden bin. Das war für mich eine ganz neue und sehr spannende Erfahrung.

Strategie der SPÖ Kärnten: Priorität auf Online-Wahlkampf

Das kann ich mir gut vorstellen, denn es funktioniert ja alles doch ein kleines bisschen anders. Nicht nur was das Externe angeht, sondern auch die interne Zusammenarbeit. Wir können ja gleich noch mal drüber reden wie das so war, denn ich vermute mal, dass du ganz viele Ideen und Dinge eingebracht hast, die in der SPÖ vielleicht nicht ganz alltäglich sind. Aber lass uns doch tatsächlich erst mal über diese Landtagswahl und diesen Landtagswahlkampf sprechen. Normalerweise ist es ja so bei den meisten Wahlkämpfen, die es in der Politik so gibt, das wahnsinnig viele Sachen gemacht werden – wie z.B.  Infostände, Plakate, Veranstaltungen und irgendwelche Zeitungs-Kampagnen und so weiter. Das ganze Thema Online-Marketing läuft dann er so unter ferner liefen. Das macht man halt auch. Wie war das bei euch?

Bei uns war das so, dass das ausgegangen ist vom damaligen Landesgeschäftsführer, der das strategisch gesagt hat von vornherein. In Kärnten ist die Situation übrigens so, da gibt es eine Wahlkampfkostenbeschränkung.  Das bedeutet, jede Partei darf nur eine bestimmte Summe ausgeben. Das wird vom Rechnungshof geprüft. Somit starten alle mit demselben Maß an Mitteln und unser Landesgeschäftsführer hat strategisch von vornherein gesagt:  Zuerst budgetieren wir das digitale Marketing, und dann schauen wir was hier für den Rest brauchen. Das war einfach die Strategie, das ist sicher mal ein ganz neuer Ansatz gewesen. So sind wir gestartet.

Das ist krass, weil wenn ich heute in Workshops und von Kunden gefragt werde, wie sollen wir Budgets setzen? Dann sage ich immer, plant erstmal online und dann den Rest. Ich finde es super, dass das jetzt mal ein ganzes Land im Wahlkampf so gemacht hat. Du wirst jetzt wahrscheinlich keine ganz genauen Zahlen nennen können, aber Pi mal Daumen, wie hoch war der Online-Anteil dann am Wahlkampf?

Der Anteil war trotzdem noch sehr sehr gering. Das Bundesland Kärnten ist aber auch nicht so groß, mit etwa 500.000 Einwohnern, das ist jetzt nicht so groß. Dementsprechend, der Anteil war – ich kann es Dir ganz genau sagen – ca 10 Prozent.

10 Prozent nur? Das hätte ich nicht gedacht, ich habe ja gesehen was ihr gemacht habt –  das war schon gut. Da hätte ich deutlich mehr erwartet. Da bin ich überrascht. Jetzt mal tatsächlich ganz konkret, wie war so eure Strategie, was habt ihr so gemacht? Wenn man ja ein Video hier drehen würde, dann könnte man das einfach zeigen, aber versuch doch mal zu beschreiben, wie habt ihr diesen Online-Wahlkampf angegangen? Was für Aktionen habt ihr so gemacht?

Aktionen und Inhalte des Wahlkampfes

Also vorab noch strategisch zu erwähnen war es so, dass mir ganz wichtig war, dass uns keine Agentur im Wahlkampf irgendwelche Dinge abarbeitet. Das heißt, eine strategische Linie vorgeben, das waren wir: Wir wollten einen positiven Wahlkampf führen. Und wichtig war uns, dass die Agentur nur den Designrahmen vorgibt und wir den Rest alles selfmade im Haus machen. Und keiner darf sich da einmischen von außen. Und dann, welche Kanäle haben wir im Social Media Bereich genutzt? Das waren Facebook, Twitter, Instagram, YouTube und unsere eigene SPÖ-Kärnten-App. Obwohl die eher zur Kommunikation der internen Mitglieder genutzt wurde. Hauptfokus für mich war definitiv, kleine Kurzvideos zu erzeugen, die dann auf YouTube ausgespielt wurden sind. Das war so der Hauptfokus.

Was habt ihr da für Videos gemacht?

Verschieden. Also wir haben Videos gemacht, längere Imagevideos über den Landeshauptmann, über den Alltag, was er so macht. Ihn ein bisschen von der persönlichen Seite gezeigt. Längere Videos heißt ca 2 bis 3 Minuten. Die Massenverbreitung konnten wir dann mit den fünf bis sechs Sekunden Videos machen. Diese Videos hatten eine kurze und prägnante Botschaft. Man muss ja mal wissen, was sind die Themen im Wahlkampf. Und wenn das Thema z.B. Kinderbetreuung ist, auf was man Wert legt, dann haben wir eine kurze Botschaft dazu in sechs Sekunden gebaut im Videoformat und diese dann bei YouTube vor den Videos geschaltet. Wir hatten eine kurze knackige Botschaft, dann kurz den Peter Kaiser eingeblendet, der in die Kamera gezwinkert hat, und dann war das Video auch schon aus. Und das ist dann zu Hunderttausenden bei YouTube eingeblendet worden in Kärnten im Zeitraum von Jänner bis März.

Das heißt dann also über bezahlte Werbung? Über Google Ads?

Genau. Über Google AdWords, genau. YouTube ist sicherlich die aus der Statistik heraus die günstigste Werbeform. Und meiner Meinung nach auch die effektivste. Das war toll, da haben wir viele Stimmen von außen gehör. Das haben wir schon gesehen. Da haben viele gesagt, da will ich ein Video für meine Kinder bei YouTube starten und vorab zwinkert mich Peter Kaiser an. Das hat halt einfach gegriffen, und funktioniert. Und das Wichtigste war: Wir waren positiv, das waren positive Botschaften, wir haben uns auf den Mitbewerber überhaupt nicht eingelassen. Der Mitbewerber war uns in dem Fall einfach völlig egal. Weil welche Lügen da aufgetischt worden sind, wir hatten eine Linie und die sind wir gefahren.

Politisches Social Media funktioniert auch positiv

Ja, das ist mir aufgefallen, als ich mir eure Sachen noch mal angeschaut habe. Man sagt ja häufig, dass Social Media immer nur über schlechte Nachrichten, Hass und Trolle funktioniert. Und das ist sicherlich häufig auch der Fall. Wenn man in Deutschland schaut, dann macht das die AFD ganz besonders stark, das wird bei euch mit der FPÖ wahrscheinlich ähnlich sein. Aber das habt Ihr ja gar nicht gemacht, ihr habt komplett auf Positives gesetzt. Da gab es so eine Aktion: 100 gute Nachrichten vor der Wahl. Was war das?

Ja, wir haben schon 100 Tage vor der Wahl schon begonnen aufzuzeigen, was macht Kärnten so liebenswert. Das waren 100 gute Nachrichten, 100 Tage vor der Wahl. Jeden Tag wurde eine Grafik mit einer guten Nachricht aus Kärnten gepostet: Was macht es so lebenswert in Kärnten zu leben? Weil viele Menschen vergessen das schon. Was macht es so positiv und schön in Kärnten zu leben? Was spielt sich alles Positives in Kärnten ab? Weil eben in den Nachrichten überall nur Propaganda betrieben wird und schlechte Nachrichten verbreitet werden. Und da haben wir gesagt, schaut doch mal was es für gute Nachrichten gibt. Was wird in Kärnten so bewegt. Das ist 100 Tage vor der Wahl gestartet worden.

SPÖ Wahlkampf in Kärnten mit 100 guten Nachrichten
Postings der SPÖ-Kärnten: 100 gute Nachrichten

Extrem cool, ja. Wie habt ihr das dann gemacht, was so eure Mitstreiter angeht? Du hast gesagt, der Landesgeschäftsführer hat schon von vornherein gesagt, dass er so eine Strategie fahren möchte. Wie war das mit dem Rest, war es schwierig die zu überzeugen, dass ihr soviel Aufwand in diesen ganzen Online-Bereich gelegt habt? Haben da alle an einem Strang gezogen?

Definitiv! Da haben alle an einem Strang gezogen. Aber ich muss auch sagen, das kann man auch unserem Landeshauptmann verdanken, weil der offen für neue Medien und Social Media ist. Er hat mir einfach die Möglichkeit gegeben vor den Personen zu sprechen, Strategien die ich vorher festgelegt habe zu präsentieren und zu bitten, dass wir eben alle an einem Strang ziehen können. Und die haben dann alle mitgemacht. Ich habe das Vertrauen bekommen. Da war von Anfang an keine Kritik, sondern einfach wir vertrauen dem jetzt und öffnen uns dieser Gedankenwelt. Das war dann einfach ganz positiv. Der ganze Wahlkampf wurde auch ganz positiv von den Menschen aufgenommen.

Das ist wahrscheinlich das ungewöhnlichste, was ich bisher über einen Wahlkampf bei der SPD oder der SPÖ gehört habe… Das es intern Vertrauen gibt und das alles positiv ist. Das finde ich richtig gut. Man erlebt es ja häufig doch auch anders, so dass es eben riesen Skepsis gegenüber Online-Marketing gibt, Skepsis gegenüber dem ganzen Digitalbereich. Tatsächlich noch mal so ein Beispiel zu hören, dass ein ganzer Landesverband an einem Strang zieht und solche Sachen macht, das finde ich schon ziemlich cool. Wie war dann das einzelne Engagement? Was mir häufig sehr schwer fällt ist, die Aktiven vor Ort dazu zu bringen, die Sachen der Parteien zu liken und zu teilen und zu kommentieren und die Beiträge damit weiterzuverbreiten.

Also wir hatten gewisse Gruppen im Hintergrund. Wo wir aktuelle Beiträge gepostet haben und jedes mal die Bitte geäußert haben, sich das anzusehen und zu kommentieren, zu liken und zu teilen. Davon lebt natürlich das soziale Netzwerk. Und das ist recht gut eingehalten worden. Natürlich wünscht man sich aber immer mehr, aber definitiv in der Wahlkampfzeit habe ich mich gut verlassen können. Gerade bei den guten Nachrichten, so dass wir eine hohe Reichweite haben erzielen können. Und dass wir mitdiskutiert haben. Wir sind auch so  aufgestellt gewesen, dass ich gesagt habe, wir wollen keinen Kommentar unkommentiert lassen. Wir wollen nichts unbeantwortet lassen. Wir hatten ein Team im Hintergrund, was eben diese Fragen und Kommentare beantwortet hat. Alles im Namen der SPÖ natürlich. Die haben zurückgeschrieben, kommentiert, damit da Bewegung ist, damit die Leute nicht mit Fragen allein gelassen werden. Das war uns ganz, ganz wichtig. Darüber haben wir auch positives Feedback bekommen. Da haben uns Leute geschrieben, das Engagement in Euren Kommentaren ist gigantisch. Das war uns auch sehr wichtig. Das wird nicht überall so gemacht. Das beobachten wir auch.

Das ist ein Riesenproblem, in der Tat. Also das ganze Thema Community Management. Es gibt so viele Parteigremien, und Partei-Auftritte in den Social Networks, wo überhaupt nicht geantwortet wird. Die Leute brüllen einfach mit ihren Megafon eine Botschaft in die Welt und interessieren sich dann gar nicht was zurückkommt.

Das ist richtig.

Ideen für den nächsten Wahlkampf: Ein Politiker auf musical.ly?

Der nächste Wahlkampf kommt bestimmt. Rückblickend ist da bei euch unheimlich viel gut gelaufen, aber wenn wir jetzt auf den nächsten Wahlkampf schauen – was würdest du vielleicht anders machen? Hast du schon irgendwelche Ideen für den nächsten Wahlkampf? Irgendetwas was du so als besondere Sache gelernt hast aus diesem Wahlkampf?

Noch mehr Vernetzung  Zu unseren Ortsparteien. Also die Vernetzung der SPÖ. Die Zeit war nicht da, aber die haben wir jetzt, also dass wir unser Netzwerk noch breiter aufstellen. Und wir haben auch mit unser App noch sehr viel vor. Die Kommunikation kann man natürlich immer auch noch mehr verbessern, mehr vernetzen. Da ist noch sehr viel Luft nach oben. Und wer weiß, die digitale Welt ist eine sehr schnelllebige Zeit. Welche Kanäle kommen hinzu? Da müssen wir uns anpassen.

Was glaubst du? Was ist das nächste Ding, was online auch für die Politik kommt? Also im Moment ist es ja klar: Da ist es für Politiker und Parteien Facebook, Instagram, YouTube, Twitter, solche Sachen. Aber siehst du irgendwas kommen?

Vielleicht WhatsApp? Wer weiß? Vielleicht gibt es hier dann eine Möglichkeit, auch Menschen zu erreichen über WhatsApp. Mit Werbeeinblendungen, so wie es auch im Facebook Messenger schon funktioniert. Vielleicht gibt es neue Möglichkeiten, die Leute zu erreichen, vielleicht auch neue Möglichkeiten bei YouTube. Da muss man ja auch schauen, da gibt es ja schon heute Premium-Modelle bei YouTube, wo keine Werbung eingeblendet wird. Da muss man auch sehen, wie das wird. Das ist, wie gesagt, eine sehr schnellllebige Zeit und ich habe einen sehr wachsames Auge in der digitalen Welt. Was passiert da, damit wir uns schneller anpassen können.

Was hältst du von musical.ly? Glaubst du es wird irgendwann die Zeit kommen, wo das auch in der Politik genutzt wird, wo ein Kandidat, oder ein Mandatsträger, oder gar Landeshauptmann oder Ministerpräsident das nutzt und auf musically aktiv ist?

*lacht* Möglich! Ich schließe nichts aus. Und unser Landeshauptmann Peter Kaiser ist extrem offen. Also das würde ich nicht verneinen, dass der da nicht vielleicht mal mitmacht. Das ist auch sehr schön gewesen, um darauf noch mal zurückzukommen, dass man von Anfang an sieht, dass der Landeshauptmann dahinter steht und empfiehlt da mitzumachen. Da kann gar keiner Nein sagen. Weil man da selbst sieht, was da für Motivation kommt. Das ist ein ganz ganz wichtiger Punkt, dass der führende Kandidat das auch mit lebt und selbst dort aktiv ist. Peter Kaiser als Landeshauptmann in Kärnten postet selbst einiges bei Facebook und Co. und kommentiert sogar persönlich. Das ist schon sehr außergewöhnlich, dass er da mitmischt.

Wenn der Landeshauptmann selber postet

Du hattest mir mal erzählt, als wir ins Österreich getroffen haben, dass es eines Eurer erfolgreichsten Postings im Wahlkampf war, was er selber schnell morgens gemacht hat. Wie war das?

Ja genau! Das war ein Zitat als Grafik, das hatte er per WhatsApp bekommen. Mit einem  schwarzen Hintergrund. Da ist mit weißer Schrift oben gestanden: “Die, die uns bis 70 arbeiten lassen wollen und die, die keinen über 50 mehr einstellen wollen, das sind doch dieselben? Oder?” Das hat sich viral in kürzester Zeit verbreitet, ist zweieinhalbtausend mal geteilt worden ohne einen Sponsor. Hat in diesem kleinen Land, in Kärnten, über 80000 Personen erreicht. Das war schon eine starke Zahl. 2760 “Gefällt mir!” für so eine kleine Nachricht die er in der Früh mal eben selber gepostet hat.

Wahnsinn! Ist das noch online?

Ja klar, 9. Januar, bei Peter Kaiser auf Facebook.

Facebook Posting von Peter Kaiser im Wahlkampf
Peter Kaisers Facebook-Posting

Ah ja, dann stell ich den Link in die Description zum Podcast. Dann könnt ihr Euch das Posting selber anschauen. Was ich jetzt so total spannend finde ist, dass ihr nicht das große Budget hattet, und von diesem nicht zu großen Budget ihr auch noch nicht so viel für Online ausgeben konntet – aber trotzdem hattet ihr Riesenerfolg.  Ich glaube, wenn ich mir das so anhöre was du erzählst, dann ist einer der Schlüssel zu dem Erfolg, dass dieses Team und vor allem die Verantwortlichen so extrem dahinter gestanden haben und dies auch dann noch selber befeuert haben. Das ist für mich so eine Botschaft, die unglaublich wichtig ist. Weil genau das wo anders nicht so stattfindet

Wahlkampf online: Alle halten zusammen und ziehen an einem Strang

Das war wirklich so. Also wenn ich jetzt aus dem Nähkästchen plaudern darf: Also der Landeshauptmann hat mich in die Club-Sitzung, also in die Fraktionssitzung, eingeladen. Da war alles was Rang und Namen hatte von der SPÖ-Kärnten vor Ort. Und ihm war wichtig, mir das Wort zu geben und mir die Aufmerksamkeit zu geben und ich konnte mit allen Personen sprechen und aufmerksam darauf machen, wie wichtig es im Wahlkampf ist, die digitale Schiene zu fahren. Und ganz konkret, was man tun kann. Dann haben die gemerkt, das sagt nicht nur irgendjemand, sondern der hat das Vertrauen des Landeshauptmannes. Da müssen wir jetzt mitziehen. Da haben wir einen Vorschuss an Vertrauen bekommen. Das muss man so machen. Alle müssen mitmachen, das ist einfach so.

Ich muss das für die deutschen Hörer noch mal klarstellen, weil, das ist wirklich ein Ding, was du da erzählst. Ihr müsst euch vorstellen, also die Club-Sitzung das ist sowas wie die Fraktionssitzung. Ihr müsst euch vorstellen, ein amtierender Ministerpräsident geht in die Fraktion mit seinem Social-Media-Menschen und sagt vor der Fraktion: Hört dem jetzt bitte zu. Das ist schon ein Ding. Ich stelle mir gerade vor das würde hier Malu Dreyer oder andere Ministerpräsidenten in Deutschland machen. Von daher, da können sich viele von Euch eine Scheibe abschneiden.

Wir haben das gespürt. Also ich habe es sofort gemerkt. Was da für ein Flow gekommen ist.  Das hat nicht abgebrochen. Das war den ganzen Wahlkampf präsent. Das war sehr, sehr, sehr schön. Das Witzige war auch, irgendwie hatte mir der politische Mitbewerber auch im Social Media leid getan. Der hat nichts anderes gemacht als negativ, negativ, negativ uns verlinkt, und dann unsere Hashtags benutzt und so uns gepusht. Gegen Ende des Wahlkampfes habe ich bei dem Mitbewerber auf der Kommentarseite kommentiert und geschrieben:  “Ein Tipp: Hört auf, unsere Hashtags zu benutzen, weil ihr schiebt uns ganz viel Reichweite rüber.”

Großartig. Ja, wenn man Wahlkampf macht für die anderen und es nicht merkt. Leider passiert das in Deutschland auch sehr häufig. Wenn dann irgendwelche rechtsextremen Sachen geteilt werden von Linken mit irgendwelchen Statements dazu.

Also:  Zusammenhalten,  dahinterstehen und positiv sein. Und schon kann man einen Wahlkampf gewinnen. Finde ich richtig richtig gut. Vielen herzlichen Dank, die Einblicke waren richtig interessant. Ich bin gespannt was da noch kommt bei euch in Kärnten.

Super, vielen Dank!

Danke fürs Gespräch!

Danke Leif, danke dir! Tschüss!

Weitere Informationen

Weitere Tipps zum Thema Online-Wahlkampf findest Du hier und mit diesem Onlinekurs lernst Du die Grundlagen für einen erfolgreichen Online-Wahlkampf.

2 Kommentare zu „Das Geheimnis des erfolgreichsten Wahlkampfs seit vielen Jahren (Podcast)“

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