Für die Politik: Diese Social Networks brauchst Du 2021

Social Networks für Politiker und Parteien
Luka Junkern

Luka Junkern

Junior Content Manager bei Magnecon. Er ist selbst politisch aktiv und Mitglied im Rat seiner Heimatstadt. Momentan studiert er außerdem noch im Master Englisch und Geschichte.
Luka Junkern

Luka Junkern

Junior Content Manager bei Magnecon. Er ist selbst politisch aktiv und Mitglied im Rat seiner Heimatstadt. Momentan studiert er außerdem noch im Master Englisch und Geschichte.

Politische Öffentlichkeitsarbeit ist ohne Social Networks heute undenkbar. Tagtäglich werden sie von Millionen von Menschen genutzt. In diesem Blogartikel möchte ich Dir zeigen, welche Social Networks Du zur Verbreitung Deiner politischen Ideen sowie Botschaften nutzen kannst, was sie unterscheidet und welche Dir wirklich etwas bringen. 

Was sind Social Networks überhaupt?

Bevor es losgeht, möchte ich Dich kurz auf einen wichtigen Unterschied aufmerksam machen: Der Begriff “Social Networks” (auch soziale Medien) meint einzelne voneinander getrennte Netzwerke, also beispielsweise Facebook und Twitter. Der Begriff Social Media wird gerne synonym verwendet, meint aber eigentlich die Art der Kommunikation. Auf unserer Themenseite findest Du hierzu mehr Informationen. 

Must-haves: Facebook & Instagram

Facebook hat sich nach und nach zu einem Giganten der Social Networks entwickelt. Zum Facebook-Konzern gehört inzwischen auch die 2010 gegründete App Instagram. Die vielen Funktionen, die enormen Nutzerzahlen und die einfache Möglichkeit, Werbung zu schalten, machen Facebook und Instagram zu Must-haves für jeden politisch Aktiven.

Facebook

Facebook ist noch immer das mit Abstand größte Social Network. Es gibt zwar immer wieder die Behauptung, dass Facebook tot sei und nur noch aus Trolls oder Fake-Accounts bestehen würde. Die Zahlen widersprechen hier jedoch stark: Laut Facebook sind nur 13 % der weltweiten Accounts falsche Accounts, gut 32 Millionen Deutsche nutzten Facebook monatlich und 23 Millionen nutzten es 2020 täglich. Facebook bietet Dir eine große Funktionsvielfalt: Du kannst nicht nur Texte, Fotos und Videos posten, sondern auch Veranstaltungen bewerben, Dich in Gruppen organisieren, Liveübertragungen streamen und vieles mehr. Hier sollte man vor allem die Rolle von Gruppen wie “Mein (setze hier den Namen Deiner Stadt ein)” nicht unterschätzen. In solchen Gruppen wird unter anderem politisch diskutiert. Gerade Menschen mittleren Alters trifft man auf Facebook am häufigsten an und viele lesen mit. Auf Facebook kannst Du mit einem persönlichen Profil oder einer Facebook-Seite aktiv sein. Du siehst: Facebook lohnt sich, um Deine Botschaften zu verbreiten und zu diskutieren.

Instagram

Instagram kann persönlicher als Facebook sein und wird von einer jüngeren Zielgruppe verwendet. Der offensichtliche Unterschied ist aber: Es geht um (gute) Bilder und ansprechende Stories. Hier kann vor allem Dein Selbstmarketing im Vordergrund stehen. Du nimmst Deine Follower mit in Deine politische Welt. Auch politische Botschaften lassen sich über Sharepics verbreiten oder Du diskutierst kurzerhand über Instagram Live. In Deutschland hat Instagram wahrscheinlich über 9 Millionen tägliche NutzerInnen, offizielle Zahlen gibt es allerdings nicht. Instagram ist damit eine logische Ergänzung zu Facebook.

Für Videos und Streaming: YouTube & Twitch

Videos sind eine gute Möglichkeit, authentisch Deine Botschaften rüberzubringen. Sie erfordern aber ein gewisses technisches Know-how und ein gut durchdachtes Konzept für politische Öffentlichkeitsarbeit. Wahrscheinlich stimmst Du mir zu, wenn ich sage, dass fast jeder Deutsche täglich YouTube verwendet. Twitch hingegen ist etwas spezieller, bietet aber neben Gaming- auch “Just-Chatting”-, Koch- oder Musikstreams.

YouTube

YouTube ist das Video-Portal schlechthin. Im Marketing gilt YouTube inzwischen aber auch als zweitgrößte Suchmaschine. YouTube gehört übrigens zum Google Mutterkonzern Alphabet. Für Parteien und PolitikerInnen ist es meist sehr schwer, eine echte Community auf YouTube aufzubauen. Sie dann langfristig mit authentischem Content zu versorgen, ist anspruchsvoll. Rein organisch Abonnenten zu bekommen, ist daher eine große Herausforderung. Aber YouTube kann Dir bei einer Sache behilflich sein: Dem Einbetten Deiner Videos auf Facebook, Instagram und dem Einbetten auf Deiner Website. Darüber hinaus brauchst Du einen YouTube-Kanal, wenn Du über Google Ads Werbung auf YouTube schalten möchtest. Ob Videos mit Text oder Animationen, Vlogs oder Tutorials zu politischen Themen, sie alle erfordern das nötige (technische) Know-how und für Vlogs solltest Du gerne vor der Kamera stehen. Du kannst Dich hier wirklich ausprobieren.

Twitch

Solltest Du leidenschaftlich gerne zocken, kochen, Musik machen und dabei mit anderen Leuten quatschen oder auch einfach diskutieren wollen, kannst Du Dich an Twitch-Livestreams ausprobieren. Bisher gibt es nur wenige deutsche PolitikerInnen, die auf Twitch unterwegs sind. Der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken kommt auf etwas mehr als 16.000 Follower, die FDP-Bundestagsfraktion hat etwas über 1.100 Follower. Anders sieht das in den USA aus: Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez zum Beispiel hat über eine Millionen Follower. Wie bei YouTube ist der Aufbau einer eigenen Community bei Twitch längerfristig. 

Ungewöhnlich, aber möglich: Snapchat & TikTok

Snapchat und TikTok sind zwei Social Networks, die vor allem bei (sehr) jungen Menschen beliebt sind. Bisher findet hier noch sehr wenig politische Öffentlichkeitsarbeit statt, können aber mit Mut und Kreativität dafür eingesetzt werden.

Snapchat

Die Nutzerzahlen von Snapchat sinken zwar, aber gut 3,5 Millionen Deutsche nutzten die App in 2020 täglich. Es geht bei Snapchat vor allem um zwei Dinge: Flammen und viele Views. Die sogenannten Flammen erhält man, wenn man täglich mit einer Person snapt (also Bilder oder Videos austauscht). Die Views, sofern man ein öffentliches Profil oder viele Kontakte hat, erhält man über die eigene Story. Auch über Snapchat kann man Werbung schalten. 

TikTok

Vielleicht hast Du den Namen musical.ly schon mal gehört, so hieß TikTok nämlich vor 2018. Bei der App geht es vor allem um kurze Videoclips und lip-syncing von Musik. Dabei muss man möglichst kreativ sein. Außerdem findet man Tutorials auf TikTok. Auch deutsche PolitikerInnen nutzen TikTok: zum Beispiel der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger oder die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär. TikTok verzeichnete um die 5,5 Millionen monatlichen NutzerInnen in Deutschland 2020, die Zahlen steigen durch Corona wahrscheinlich weiter. Politische Werbung kannst Du hier allerdings nicht schalten.

Sowohl für Snapchat als auch für TikTok gilt: Nutze es nur, wenn Dir diese beiden Social Networks echt liegen. Nichts ist dort schlimmer, als wenig authentische Profile, die vor allem zum Fremdschämen anregen. Außerdem musst Du Dir genau überlegen, wie Du dort ein politisches Konzept umsetzen kannst.

Für Multiplikatoren: Twitter & Clubhouse

Twitter und Clubhouse unterscheiden sich stark von den vorher beschriebenen Social Networks. Sie sind vor allem für Multiplikatoren (also beispielsweise die Presse) geeignet. Bei diesen beiden Social Networks besteht daher die große Gefahr, dass Du nur in Deiner eigenen Filterblase kommunizierst. Leif hat in einem Blogartikel beschrieben, wie das nicht passiert.

Twitter

Twitter gibt es schon seit 14 Jahren und zählt damit zu den ältesten Social Networks. Obwohl es in Deutschland nur 1,4 Millionen tägliche NutzerInnen gibt, bekommen manche Tweets eine große mediale Aufmerksamkeit. Viele PolitikerInnen, ExpertInnen und AktivistInnen diskutierten über Twitter. Die Beschränkung auf 280 Zeichen pro Tweet macht die Darstellung komplexer Sachverhalte schwierig, zwingt wiederum zu klaren Aussagen und Botschaften. Twitter ist hochpolitisch und so sind es auch die NutzerInnen dort. Das macht es Dir leicht, schnell Anschluss zu anderen politisch aktiven UserInnen zu finden. Das Problem: Echte Wählerinnen und Wähler findest Du dort eher weniger. Die NutzerInnen bei Twitter sind meistens bereits sehr politisch geprägt. Außerdem hat Twitter einen starken überregionalen Charakter. Gerade für die Arbeit vor Ort eignet es sich daher eher weniger. 

Clubhouse

Clubhouse ist ein relativ neues Netzwerk und befindet sich noch in der closed beta, sodass bisher nur iOS NutzerInnen mit einer Einladung darauf zugreifen können. Die Nutzerzahlen steigen (auch wegen Corona) stetig. Das Prinzip ist zwar interessant, aber auch sehr zeitaufwendig, da es um Online-Diskussionen geht. Bisher nutzen ungefähr 300.000 Deutsche Clubhouse. Es kann, obwohl es die Richtlinien verbieten, passieren, dass Aussagen von Dir aufgenommen werden (wie das Beispiel eines Ministerpräsidenten gezeigt hat). Vielleicht findet das Pressebriefing in Zukunft per Clubhouse statt? Wie es mit diesem neuen Netzwerk weitergeht, ist aber völlig offen.

Fang mit Facebook und Instagram an

Wenn Du bisher keine oder nur wenig Erfahrung mit der Verwendung von Social Networks für politische Öffentlichkeitsarbeit gesammelt hast, solltest Du mit den Giganten Facebook und Instagram anfangen. Wenn die Kommunikation dort läuft, kannst Du über Videos und Streaming nachdenken. Snapchat und TikTok erfordern Mut und Kreativität, bei Twitter solltest Du erst mit einer gewissen Relevanz einsteigen. Für alle Social Networks brauchst Du aber ein gutes Konzept. Sie dürfen nie einen Selbstzweck bekommen. Das Erreichen Deiner politischen Ziele sollte für die professionelle Nutzung immer im Vordergrund stehen.

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