Privates Profil in Facebook Seite umwandeln nicht mehr möglich

Florian Stenner

Florian Stenner

Projektmanager PR, Marketing & Kommunikation bei Magnecon. Er hat beruflich Erfahrungen als Journalist, Pressereferent im Bundestag und Marketingexperte in der Wirtschaft gemacht.
Florian Stenner

Florian Stenner

Projektmanager PR, Marketing & Kommunikation bei Magnecon. Er hat beruflich Erfahrungen als Journalist, Pressereferent im Bundestag und Marketingexperte in der Wirtschaft gemacht.

Schlechte Nachrichten für alle PolitikerInnen, die Kontakte des persönlichen Facebook Profils auf eine offizielle Fanseite umziehen möchten: Diese Facebook Funktion ist bis auf Weiteres nicht mehr verfügbar. Was die Deaktivierung für die Politik und den Wahlkampf an Konsequenzen mit sich bringt, darüber informiere ich in diesem Blogartikel. 

Darum funktioniert die Umwandlung vom privaten Profil zur Facebook Seite nicht mehr

Neuerungen für offizielle Facebook-Seiten scheinen Social Network Gründer Mark Zuckerberg und sein Entwicklerteam für 2021 besonders stark im Blick zu haben. Eine wichtige Funktion ist den fortlaufenden Updates von Fanseiten dabei ganz aktuell und gänzlich stillschweigend zum Opfer gefallen: Das private Facebook Profil lässt nicht mehr in eine Facebook Seite umwandeln. 

Noch im ersten Quartal 2021 war die Umwandlung eines persönlichen Profils in eine öffentliche Seite mit wenigen Klicks machbar. Als einzige Möglichkeit zur Umwandlung stellte Facebook das sogenannte Migrations Tool unter diesem Link zur Verfügung: https://www.facebook.com/pages/create/migrate

Seit Kurzem ist der Link zum Migrations Tool tot. Das Facebook Migrations Tool ist komplett verschwunden – auch im Business Manager ist es nirgendwo auffindbar. Ohne Info von Facebook, ohne Hinweis auf Alternativen. 

Facebook Profil in Seite umwandeln
Der Link zum Facebook Migrations Tool ist tot.

Einen Hinweis gibt Facebook nun aber – sehr versteckt im Hilfebereich für Unternehmen. Auf der Hilfe-Seite über “Unterschiede zwischen der neuen Seitenversion und Profilen” schreibt Facebook ganz unten: “Falls du ein Profil statt einer neuen Seite erstellt hast, um dein professionelles Image auszubauen, erstelle stattdessen bitte eine neue Seite.” Auch wenn die Anleitung zur Umwandlung auf anderen Hilfeseiten von Facebook sogar noch verfügbar ist, scheint dies ein deutlicher Hinweis zu sein, dass die Funktion entfernt wurde.

Facebook Seite umwandeln
“Erstelle bitte eine neue Seite”.

Problem: Freunde werden nicht automatisch zu Fans und Followern 

Wer sein privates Facebook Profil bislang noch nicht in eine offizielle Seite umgewandelt hat, der steht nun vor einem gewaltigen Problem. Der Community-Aufbau einer Seite startet ab sofort unweigerlich bei null. Persönliche Kontakte werden nicht mehr automatisch zu Fans bzw. Followern einer offiziellen Seite. Damit ist der ganz große Vorteil der Profilumwandlung verloren gegangen. Immerhin ließen sich so bis zu 5.000 Facebook-Freunde in Fans bzw. Follower umwandeln. 

Besonders hart trifft der Wegfall des Migrations Tool Kandidierende im Wahlkampf. Denn PolitikerInnen sind für Wahlwerbung bei Facebook auf eine offizielle Fanseite angewiesen. Und die ehemaligen Kontakte der privaten Seite bildeten bislang eine wichtige Grundlage beim Aufbau der neuen, öffentlichen Seite. Denn jeder Fan bzw. Follower bringt als potenzieller Multiplikator Reichweite. Diese Reichweite ist durch das Fehlen einer Community nicht existent. 

Konsequenz: Es braucht mehr bezahlte Facebook Werbung – und Fleißarbeit 

Ohne Fans bzw. Follower mit einer offiziellen Facebookseite zu starten, das ist äußerst unvorteilhaft. Da gibt es nichts schönzureden. Für mich persönlich ist diese Entscheidung von Facebook auch nicht nachvollziehbar. Eine Rückkehr des Migrationstool halte ich zwar für vorstellbar. Jedoch müssen gerade Kandidierende im Wahlkampf jetzt handeln. Drei Konsequenzen bzw. Handlungsoptionen möchte ich vorstellen: 

Paid Ads 

Bezahlte Werbung verschafft PolitikerInnen Reichweite bei Facebook. Reichweite schafft Aufmerksamkeit – wenn die Inhalte stimmen. Gerade für den Aufbau einer Fanseite und einer Community führt kein Weg an Facebook Ads vorbei. Je mehr Zeit Du in ansprechende, politische Inhalte investierst und dann auch konsequent bewirbst, desto mehr Reichweite erzielst Du. Grundsätzlich lässt sich bei Facebook bereits ab einem Euro pro Tag Werbung schalten. 

Plane aber insbesonedere in der Aufbauphase lieber mehr Budget für Facebook Werbung ein, um das Wachstum der Seite mittels großer Reichweiten voranzubringen. Grundsätzlich solltest Du Dich aber auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht auf die organische (also unbezahlte) Reichweite verlassen! Sonst bleibst Du in Deiner Filterblase gefangen. 

Freunde von privaten Profilen einladen 

Facebook bieten seinen Nutzern die Möglichkeit die eigenen Freunde zum Liken einer offiziellen Seite einzuladen. Diese Funktion ist als optionale Handlung hinter dem Seiten-Button mit den drei Punkten versteckt. Im Vergleich zu Paid Ads ist das Einladen von Freunden kostenlos. Jedoch ist der Effekt erfahrungsgemäß überschaubar. Mit Sicherheit werden einige Deiner Freunde der Einladung folgen. Gehe jedoch von allerhöchstens 10 Prozent der Eingeladenen aus. 

Ansicht der Facebook-Seite von Überzeugungsarbeit.de - Darstellung der "Freunde einladen" Handlung
Wo man Freunde zum Liken seiner offiziellen Seite einlädt – Versteck hinter dem Button mit den drei Punkten

Getreu dem Motto “Besser als Nichts” solltest Du trotzdem all Deine Freunde einladen. Denn diese Funktion kostet nur Zeit und kein Geld. Und wenn Du ein engagiertes Wahlkampfteam hast, laden vielleicht auch all Deine Mitstreiter ihre Freunde zum Like der offiziellen Seite ein. 

Inhalte im persönlichen Facebook Profil teilen 

Beiträge bzw. Inhalte einer offiziellen Facebook Seite lassen sich liken, kommentieren und teilen. Das Teilen eines Facebook Beitrags ist das oberste Ziel im Online Marketing. Denn geteilte Beiträge verschaffen die größte Reichweite und kosten kein Geld. Nutze die Teilen-Funktion deshalb unbedingt für den Aufbau einer offiziellen Seite bzw. Community. Teile alle Beiträge der Seite in Deinem privaten Facebook Profil. Je öfter Deine Freunde interessante Inhalte sehen, desto wahrscheinlicher folgen sie irgendwann Deiner Seite. 

Verzichte aber bitte auf Hinweise, dass die Leute Deiner Seite folgen sollen. Guter Content bringt mehr und ist sympathischer, als das Betteln um Aufmerksamkeit und Likes. 

Fazit: Migrations Tool vorerst weg, Handlungsoptionen gibt es trotzdem! 

Dass Freunde bei Facebook durch die Deaktivierung des Migration Tools nicht mehr automatisch zu Fans bzw. Followern einer Seite werden,das  ist maximal unglücklich. Gerade im Wahlkampf müssen Kandidierende auf diesen Wettbewerbsnachteil schnell reagieren. Bezahlte Werbung bei Facebook, das Teilen der eigenen Beiträge und das Einladen von Freunden bieten Handlungsoptionen. Sie alle kosten Zeit, Facebook Ads dazu noch Geld. Trotzdem sind die Maßnahmen notwendig. Denn eine offizielle Seite braucht es unbedingt für den digitalen Wahlkampf. 

Was Du grundsätzlich im Umgang mit Facebook Werbeanzeigen beachten musst und welche Besonderheiten für die Politik gelten, das kannst Du in diesem Blogartikel nachlesen.

Symbolfoto: gena96 – stock.adobe.com

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