Erfolgreich Bloggen

Ein Blog ist im politischen Online-Marketing ein besonders wichtiges Instrument. Ohne Bloggen kann ich mir nur sehr schwer eine erfolgreiche Strategie für Politiker, Verbände oder ähnliche Organisationen vorstellen.  Deshalb stelle ich Dir hier einmal die Basics des erfolgreichen Bloggen vor!

Definition: Was ist ein Blog genau?

Erfolgreich BloggenIn einem Blog veröffentlicht ein oder mehrere Autoren regelmäßig aktuelle Artikel zu bestimmten Themen, Sachverhalten oder Gedanken. Diese Blogartikel unterscheiden sich dabei aber von klassischen News oder gar Pressemitteilungen. Sie sind in der Regel sehr persönlich geschrieben. Meist wählen Blogger dabei die Ich-Perspektive und schreiben über Ihre persönliche Haltung, Meinung oder Gedanken. Oft haben Blogs sogar den Charakter eines Tagebuchs oder Journals. Zu einem klassischen Blog gehört, dass die Autoren namentlich genannt werden. Ursprünglich entstand das Wort Blog aus der Kombination der beiden englischen Wörtern „Logfile“ und „Web„. Diese wurden zu „Weblog“ zusammengesetzt, also „Internet-Tagebuch“. Irgendwann wurde es dann in der alltäglichen Sprache weiter verkürzt zum heutigen Wort „Blog“.

Wichtig: Ein Blog ist keine spezielle technische Form einer Internetseite, sondern beschreibt vor allem den Schreibstil und die Wahl der Themen. Ich werde immer wieder gefragt, ob man zusätzlich zu einer „normalen“ Webseite noch einen Blog benötigen würde. Dies ist aber ein Missverständnis! Sobald es technisch möglich ist, auf einer Webseite aktuelle Beiträge zu veröffentlichen, kann sie auch als Blog genutzt werden. (Tipp: Hier erfährst Du, wie eine gute Webseite für Politiker und Parteien aufgebaut sein sollte.)

Über was soll ich bloggen?

Ein Blog gibt Dir eine unendlich große Themenfreiheit! Er muss längst kein Tagebuch mehr sein. Es gibt Blogs zu allen möglichen Themen. Oft drehen sich Blogs um nur ein bestimmtes Thema, wie beispielsweise Reise-Blogs, Food-Blogs oder Beauty-Blogs. Oder sie sind stark Personenbezogen und allein die Gedanken und Ideen des Autors oder der Autorin sind Grund für den Blog.

Gerade für Politiker ist es viel einfacher, Themen für Blogartikel zu finden, als etwa für klassische Pressemitteilungen. Ein Beispiel: Der Vorsitzende eines politischen Ortsverbandes ist eigentlich nicht in der Position, mit einer Pressemitteilung sich zu den großen Fragen der Weltpolitik zu äußern. Er kann aber jederzeit seine persönliche Sichtweise in einem Blog niederschreiben. Während die Pressemitteilung schnell unangemessen und vielleicht sogar peinlich wirkt, ist der Blog immer völlig legitim. (Übrigens, Pressemitteilungen haben auf Deine Webseite grundsätzlich nichts verloren!)

Für das Marketing gilt: Bloggen ist eindeutig eine Form des Content-Marketings und des Inbound-Marketings. 

Was bringt bloggen?

Bloggen ist ziemlich aufwendig. Was bringt ein Blog also? Lohnt sich das Bloggen? Klare Antwort: Ja, es lohnt sich. Gerade in der politischen Kommunikation ist es wichtig, zu den Menschen eine langfristige und immer wiederkehrende Beziehung aufzubauen. Mit einem Blog ist dies möglich! In Deinen Blog-Artikeln kannst Du Dich immer wieder neu präsentieren und von Deinen Ideen und Konzepten erzählen. Du kannst den Menschen Deine politische Arbeit sehr persönlich zeigen und erzeugst damit ein großes Gefühl von Vertrautheit. Auf meiner Seite zum Thema Content-Marketing habe ich bereits beschrieben, wie wichtig es ist, dass die Nutzer Deine Inhalte freiwillig konsumieren. Blogbeiträge haben das Potential, genau das zu leisten – allein schon deshalb, weil ein Blog viel einfacher und unterhaltsamer zu lesen ist.

Bloggen hilft aber auch bei der Suchmaschinenoptimierung! Bloggst Du regelmäßig zu bestimmen Themen, steigt dadurch die thematische Relevanz Deiner gesamten Webseite. Es lohnt sich also! Gerade Parteien und Politiker haben hier enormen Nachholbedarf.

Wie wirkt ein Blog?

Ein Blog schafft eine enge Verknüpfung eines Themas oder Produktes mit einer konkreten Persönlichkeit. Damit wird ein viel stärkeres Argument geschaffen, als wenn beide voneinander getrennt bleiben.

Was bedeutete das genau? Ich möchte es anhand eines Beispiels außerhalb der Politik erläutern. Ein Food-Blogger wird mit Rezepten und Berichten über bestimmte Lebensmittel auf ein grundsätzliches Interesse stoßen. Dies kann er nun nutzen, um sich als Person bekannt zu machen. Es wird der Punkt kommen, wo seine Kunden zu Fans geworden sind. Gibt er nun ein Kochbuch heraus, wird dies vermutlich gekauft werden, weil die Menschen zum einem das Thema interessant finden und weil sie seine Fans sind. Hätte er nur eine klassische Webseite mit Rezepten und Testberichten erstellt hätte, wäre er als Person dabei nicht im Vordergrund. Als Autor für Kochbücher hätte er dann mit hunderten anderen, völlig unbekannten Autoren konkurrieren müssen. Als bekannter Blogger aber verkauft sich sein Buch bestimmt extrem gut – nicht zuletzt auch, weil die Kunden ein hohes Vertrauen haben, weil sei ihn ja vermeintlich gut kennen. Genau dies funktioniert in der Praxis heute in der Tat immer wieder. Ein bekanntes Beispiel ist hier Lutz Geißler mit seinem Plötzblog, der als gelernter Geologe heute viel Geld mit Büchern und Workshops zum Thema Brot backen verdient.

Bringt das Bloggen etwas in der Politik oder für Verbände und andere NGOs?

Politiker, Verbände oder Vereine haben in der Regel nichts zu verkaufen. Dennoch lohnt sich hier das Bloggen erst recht! Denn in der Politik geht es ganz besonders stark um Vertrauen. Menschen vertrauen aber erst dann, wenn sie das Gefühl haben, dass sie den Gegenüber kennen und einschätzen können. Vertrauen hat etwas mit Vertrautheit zu tun. Ein Blog ist ganz besonders gut geeignet, Themen mit Menschen zu verknüpfen. Als Arbeiter habe ich zu meiner Gewerkschaft bestimmt mehr Vertrauen, wenn ich in regelmäßigen, persönlichen Beiträgen die Denkweise und den Charakter eines Betriebsrats oder Gewerkschaftssekretärs kennenlerne! Und als Wähler würde ich mir Politiker wünschen, die mich an ihren Entscheidungsprozessen teilhaben lassen und mir durch ihren Charakter beweisen, dass sie zu dem stehen, was sie ankündigen.

Wer kann bloggen?

Ich vorherigen Abschnitt habe ich es ja bereits angedeutet: Es kann eigentlich jeder bloggen! Es gibt Bloggerinnen und Blogger zu allen möglichen und leider auch unmöglichen Themen. Seien es Foodblogger, FotobloggerBeautyblogger oder eben auch politische oder gesellschaftliche Blogs – und viele mehr. Wichtig ist nur, dass das Bloggen ein Ziel hat. Gerade für größere Institutionen, Unternehmen oder Organisationen ist es zunächst ungewohnt, weitere Menschen zu Wort kommen zu lassen. Aber im richtigen Konzept und mit der richtigen Anleitung kann dies sehr lohnenswert sein. Manches Unternehmen hat beispielsweise einen Azubi-Blog eingerichtet. Besonders lohnenswert ist das Bloggen aber für Selbstständige und Einzelunternehmer. Ihr Business ist besonders auf die jeweilige Person ausgerichtet. Der Blog kann hier einen enormen Push im Online-Marketing geben.

In der Politik gibt es daher auch keine Einschränkungen. Jeder, der sich politisch engagiert, hat damit genug Themen für einen Blog. Bloggen ist auch nichts anrüchiges. Es gibt daher selbst für die höchsten Amts- und Mandatsträger keinen Grund, nicht sehr persönlich zu bloggen. Stell Dir einmal vor, welche Wirkung ein persönlicher Blog von Bundeskanzlerin Angela Merkel entfalten könnte!

Wie fange ich an mit bloggen?

Du brauchst eigentlich nur zwei Dinge: Ein Konzept und die passende technische Plattform.

Ohne Konzept einfach ins Blaue zu bloggen, ist sicherlich nicht zielführend. Du solltest schon wissen, warum Du bloggst, was Du damit erreichen willst und welche Inhalte Du dafür brauchst. Du solltest Dir auch Gedanken machen, in welchem Stil Du bloggen willst – sehr persönlich oder sehr fachlich? Alles ist denkbar.

Als technische Plattform brauchst Du eine Webseite mit Content Management System, kurz CMS. Hier gibt es heute viele verschiedene Anbieter. Viele Systeme sind sogar kostenlos und oft sehr einfach zu bedienen. An technischen Hürden sollte es also nicht scheitern. Ich empfehle den Marktführer WordPress. Wenn Du jetzt anfangen möchtest: Hier erfährst Du, wie Du einen Blog erstellen kannst!

Artikel zum Content-Marketing

1 Kommentar zu „Erfolgreich Bloggen“

  1. Hallo! Vielen Dank für diesen gelungenen Artikel. In vielen Punkten muss ich dir zustimmen. Besonders hilfreich fand ich den Abschnitt mit Content-Marketing. Wer im Bloggen erfolgreich sein möchte, muss sich sicherlich damit viel beschäftigen.

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