Politische Strategie

Politik ist ohne Strategie kaum denkbar - denn Politik ist Strategie. Diese Erkenntnis ist wichtig für eine erfolgreiche Arbeit in der Politik. Eine politische Strategie beeinflusst sowohl die Wahl der Themen, die Aufstellung von Personen und Kandidaten als auch die Frage, wie all dies den Menschen vermittelt wird. Im Zentrum jeder Strategie steht immer eines: Das Ziel.

Social Media in der Politik - Foto vom Reichstag

Politische Kommunikation

Content-Marketing

Strategisches Content-Marketing

Storytelling

Storytelling in der Politik

Politische Strategie: Definition

Strategie ist ursprünglich ein militärischer Begriff. Er stammt von dem alt-griechischen stratēgía ab und bedeutet eigentlich Feldherrentum oder auch Feldherrenkunst. Dazu passt auch der Begriff des Strategen, von stratēgós  - Feldherr. Militärische Worte finden sich immer wieder in der Politik, denke nur mal an die Begriffe Wahlkampf  und politische Gegner. Heute wird die Bezeichnung Strategie allgemein für grundsätzliche und geplante Verhaltensweisen genutzt, mit denen ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll. Hier gibt es weitere Informationen zu diesem Thema.

Politische Strategie meint also alle unsere Maßnahmen und Planungen, mit denen wir politische Ziele erreichen wollen.

Das Ziel steht im Zentrum jeder politischen Strategie

Durch meine Definition von Strategie merkst Du sicher, wie wichtig ein klar formuliertes Ziel ist. Seneca hat einmal gesagt: "Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige." Das bedeutet für Dich, dass wenn Du nicht ganz genau weißt, was Du konkret erreichen willst, Du nie eine wirksame Strategie finden kannst.

Ich erarbeite eine politische Strategie immer mit folgenden drei Grundschritten:

  1. Festlegen, was genau erreicht werden soll - Definition eines Zieles.
  2. Analysieren, welche Menschen und Zielgruppen für unser Ziel wichtig sind und wen wir davon konkret brauchen, um unser Ziel erreichen zu können.
  3. Entscheiden, welche Maßnahmen wir umsetzen müssen, um unser Ziel zu erreichen.

Am Anfang steht die Analyse

Ein Ziel für Deine Strategie kannst Du nur finden, wenn Du zuvor eine gründliche Analyse machst. Bei der Analyse geht es darum, zu verstehen was war, was ist und was eventuell sein wird. Du solltest genau wissen, was in der Vergangenheit gut funktioniert hat und was schief gelaufen ist und Du musst erkennen, warum das so war. Du musst wissen, wie Deine Rahmenbedingungen sind und Du brauchst einen Überblick, was alles Auswirkungen auf Dich und Deine politische Arbeit hat. Und Du musst wissen, was andere denken, was ihnen wichtig ist. Das sind nur einige wenige Fragestellungen, die wir uns in einer guten Analyse widmen. Dafür gibt es viele Werkzeuge und Tools. Ein Beispiel ist hier die Stärken-Schwächen-Analyse, auch SWOT-Analyse genannt. Übrigens: Wie wichtig gerade die Analyse im Falle einer Niederlage ist, habe ich in diesem Blogbeitrag beschrieben.

Smarte Ziele werden gebraucht

Nach einer umfassenden Analyse geht es nun um die  Frage, was Du genau erreichen willst. Dabei solltest Du immer ein sogenanntes smartes Ziel aufstellen. Smarte Ziele sind:

S – spezifisch
M – messbar
A – akzeptiert
R – realistisch
T – terminiert

Kurz erklärt bedeutet dies, dass jedes Ziel so konkret sein muss, dass der eventuelle Erfolg auch gemessen werden kann. Ziele müssen immer von Deinen Mitstreitern akzeptiert sein, sonst werden sie nicht wirklich mit Dir daran arbeiten, die Ziele zu erreichen. Und Ziele müssen auch realistisch erreichbar sein! Wolkenschlösser zu bauen hilft niemand. Schlussendlich muss dann klar sein, bis wann ein Ziel erreicht werden muss.

Ein solches Ziel ist eine wunderbare Basis für eine gute Strategie!

Politische Strategien oder strategische Öffentlichkeitsarbeit?

Was meinen wir eigentlich, wenn wir über politische Strategie sprechen? Geht es vor allem darum, wie Politik gestaltet wird und wie politische Ziele erreicht werden können? Oder geht es um strategische Öffentlichkeitsarbeit und die Frage, wie wir unser Marketing gestalten? Diese beiden Bereiche lassen sich nicht voneinander trennen. Jede politische Strategie hat etwas mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zu tun. Mache Dir bewußt: Wie werden politische Ziele letztlich erreicht? Indem Du Menschen von Deinen Zielen überzeugst! Deshalb ist für mich klar: Bei politischer Strategie geht es auch immer um Marketing, Werbung, Campaigning und Öffentlichkeitsarbeit. Mir ist bewusst, dass diese Konzepte - ja sogar diese Worte und Begriffe - nicht besonders beliebt sind. Gerade Menschen mit großen moralischen und ethischen Ansprüchen möchten sich gerne von Marketing und Werbung abgrenzen. Sie vergessen dabei aber, dass sie selbst kontinuierlich Marketing betreiben! Immer dann, wenn sie über ihre politischen Werte und Ansichten sprechen, ist das eine Form des Marketings. Wenn Du mehr darüber wissen willst, lies Dir doch einmal diesen Blogartikel durch. Hier geht es um die Frage, ob wir wirklich Menschen manipulieren müssen.

Politische Kommunikation

Politik ist Strategie, Strategie ist Marketing. Damit sind wir auch sofort beim Thema Kommunikationsstrategien. Politische Kommunikation bedeutet, dass wir eine Strategie erarbeiten, wie wir unsere Ziele mit den Mitteln und Werkzeugen der Kommunikation erreichen können.

Kommunikation ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen. Bei Wikipedia steht eine Zusammenfassung, die Kommunikation besonders schön verdeutlicht:

"Mit 'Austausch' ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen gemeint; 'Übertragung' ist die Beschreibung dafür, dass dabei Distanzen überwunden werden können"

Damit sind bereits die beiden wichtigsten Anforderungen an eine gute Kommunikationsstrategie formuliert worden:

  1. Kommunikation darf keine Einbahnstraße sein und wir müssen auch offen für die Informationen unseres Gegenübers sein.
  2. Wir müssen es schaffen, die Distanz zwischen uns und den Menschen, die wir erreichen wollen, aufzuheben oder zu überbrücken.

Hier erfährst Du mehr zu Hintergründen zu diesem Thema: Politische Kommunikation

Die Zielpyramide - Meine wichtigste Strategie

Für meine politische Strategieberatung habe ich eine Zielpyramide entwickelt, die bei mir immer im Mittelpunkt steht. In ihr habe ich Kommunikationsziele definiert, die im Rahmen der strategischen Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden müssen. Meine Zielpyramide ist in vier Stockwerke aufgeteilt, die aufeinander aufbauen: Reichweite, Vertrautheit, Zustimmung und Handeln. 

Mit Reichweite ist gemeint, dass wir ausreichend viele Menschen erreichen müssen - schaffen wir das nicht, ist alles weitere wertlos. Bei diesen Menschen müssen wir dann ein Gefühl der Vertrautheit auslösen. Die Leute müssen das Gefühl bekommen, uns zu kennen und uns einschätzen zu können. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für Vertrauen. Dann müssen wir erreichen, dass die Menschen unseren Argumenten zustimmen - und am Ende, sozusagen als goldene Spitze, auch entsprechend handeln. Ausführlich beschrieben findest Du meine Zielpyramide hier.

Targeting: Die richtigen Zielgruppen finden

In der Zielpyramide wird die Reichweite als grundlegendes Kommunikationsziel beschrieben. Dazu müssen wir aber wissen, wen wir erreichen wollen. Wir brauchen also die passenden Zielgruppen. Aber zu was müssen die Zielgruppen eigentlich passen? Leider entscheiden dies viele nach Bauchgefühl - oder sie gehen den Weg des geringsten Widerstandes. Beides ist keine gute Idee. Auch viel geübte Phrasen wie "Stärken stärken" bringen in der Regel nichts. Es geht nicht darum, ob Du selbst eine bestimmte Zielgruppe gut findest. Es geht - wie immer - zunächst nur um Dein Ziel. Du musst die Zielgruppen ansprechen, mit denen Du Dein Ziel oder Deine Ziele erreichen kannst. Wichtig ist dabei der sogenannte Stakeholder-Ansatz. Du musst alle wichtigen Anspruchsgruppen an Dein Vorhaben identifizieren und dann auch berücksichtigen. Das bedeutete, Du musst wissen, wer von Dir und Deinen Zielen betroffen ist.

Interne und externe Kommunikation

Zur Frage der richtigen Zielgruppe gehört auch das Thema der internen und externen Kommunikation. Vor allen anderen Zielgruppen gibt es vor allem diese beiden: Die eigenen Leute und alle anderen da draussen. Wenn Du für Deine eigenen Leute Öffentlichkeitsarbeit und Politik machst, benutzt Du dabei in der Regel völlig andere Kommunikationsmethoden und sprichst über andere Themen, als wenn es um die Menschen außerhalb geht. Es ändert sich einfach alles - bis zur Art zu reden und zu schreiben. Überprüfe am besten einmal alle Deine Veröffentlichungen und Konzepte, an wen sie sich wirklich richten - Du wirst überrascht sein!

Der Golden Circle von Simon Sinek

Warum schaffen es manche Politiker, Menschen zu faszinieren und mitzureißen? Warum schaffen es manche Unternehmen, regelrecht Fans zu gewinnen? Und warum scheitern an dieser Aufgabe so viele? Simon Sinek hat sich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und Strukturen gemacht - und sie gefunden. Der von ihm entwickelte Golden Circle ist einer der besten Erklärungsansätze, wie Kommunikationsstrategien wirksam gestaltet werden können. Sinek unterteilt die Kommunikation in drei Ebenen - angeordnet in einem Kreis, also in einem Circle. Die äusserte Ebene ist das Was, dann kommt das Wie und ganz innen folgt das Warum.

  • Das Was sind die Fakten und die Produkte - also konkrete politische Forderungen und Gesetze. "Wir fordern 8,50 € Mindestlohn" wäre also ein klassisches Was.
  • Das Wie sind unsere Arbeitsweisen - oder anders ausgedrückt: Der Weg, wie wir das Was erreichen wollen.
  • Das Warum ist schlussendlich unser Antrieb, unsere Vision - also warum wir das oben formuliere Was erreichen wollen.

Simon Sinek hat festgestellt, dass Menschen und Unternehmen, die andere inspirieren und mitreissen, vor allem über das Warum sprechen. Das Was dient dann nur noch als Beweis, dass das Warum auch ernst gemeint wird. Sein Motto: "Start with why", also "Starte mit dem Warum". Dies ist ein extrem mächtiger Ansatz, Menschen zur Zustimmung zu bewegen. Hier findest Du mehr über diesen überaus genialen Ansatz!

Brauche ich eine politische Strategieberatung?

Eine gute politische Strategieberatung bringt alle wichtigen Elemente zusammen und hilft politischen Akteuren, ihre Ziele zu erreichen. Sie ist deshalb so wertvoll, weil es gerade der Blick von außen auf bisherige Verhaltensweisen und Planungen ist, der oft neue Impulse und Ideen bringt. Gute Politikerinnen und Politiker zeichnet es ja nicht aus, dass sie Kommunikations- und Strategieprofis sind. Da geht es ja um viel mehr: Um Themen, Glaubwürdigkeit und Rückgrat. Politische Strategieberatung kann helfen, dies alles zu verwirklichen. Möchtest auch Du solche Impulse bekommen? Ich unterstütze Dich gerne!

Blogartikel über politische Strategie

Patrick Dahlemann Rede vor NPD

Interview mit Patrick Dahlemann – Über Courage in der Politik

Agenda Surfing

Agenda Surfing: Wie Du mit dem Tag des Butterbrotes Aufmerksamkeit bekommst

Wahlkampf

Nach den Landtagswahlen: Diese fünf Konsequenzen müssen unsere Parteien jetzt ziehen

Johannes Kahrs

Johannes Kahrs im Interview: Von Spaß an der Parteiarbeit, Wahlerfolgen und Kuchen

IMG_5215

Sozialdemokraten, was ist los mit Euch?!

werkstatt-fuer-ueberzeugungsarbeit-work-9

Content Marketing: So lockst Du Leser auf Deine Website

sprache

Sprache: Wenn die Politik sich viel zu weit vom Bürger entfernt

Storytelling von Petra Sammer

Buchrezension: „Storytelling – Die Zukunft von PR & Marketing“