Wie Du Überschriften schreibst, die zum Lesen verführen (mit 14 Vorlagen)

Die Leute sind aber auch wirklich saublöd! Da schreibt man einen tollen Text, und niemand klickt. Niemand liest.

Kennst Du das Gefühl? Ich hatte es früher oft. Woran es sehr häufig liegt? An der Überschrift! Leider ist gerade die Überschrift so schwer zu schreiben. Tust Du Dich damit auch so schwer?

Eine gute Überschrift muss Aufmerksamkeit und Interesse wecken. Sie muss so neugierig machen, dass man garnicht mehr anders kann, als zu klicken und zu lesen. Und das alles muss sie sehr schnell schaffen, denn die meisten Leser schenken Dir nur Bruchteile einer Sekunde Zeit, in der die Überschrift wirken muss.

Das Geheimnis guter Überschriften

Es gibt Menschen, die machen den ganzen Tag nichts anderes, als Überschriften zu texten. Gerade große Magazine und Zeitungen vertrauen nicht darauf, dass die einzelnen Redakteure schon eine gute Überschrift finden werden. Dazu hängt von der Überschrift zu viel ab. Sie entscheidet maßgeblich über den ersten Erfolg – oder Misserfolg – einer Publikation.

Du wirst Dir vermutlich so einen Überschriften-Profi nicht leisten können, oder? Deshalb zeige ich Dir jetzt, wie Du selbst ganz einfach gute Überschriften schreiben kannst!

Übrigens: Am Ende des Artikels kannst Du eine PDF mit 14 Formeln und Vorlagen für verführerische Überschriften kostenlos downloaden!

1. Schreibe einfach!

Überschriften müssen das Unterbewusstsein ansprechen können. Nur dann wirken sie auch innerhalb kürzester Zeit. Dazu muss eine Überschrift aber sehr einfach geschrieben sein. Gerade in politischen Texten – aber auch an vielen anderen Stellen – sehe ich Überschriften, die sehr kompliziert sind. Für viele Leser sind sie einfach nicht zu verstehen. Dazu gehört auch, dass Du keine Fremd- oder Fachwörter nutzen solltest! Nur wenn Du ein absolutes Fachpublikum als Zielgruppe hast, können bestimmte Fachwörter als Signalwort geeignet sein.

2. Halte Dich kurz!

Je kürzer Deine Überschrift ist, desto besser. Kurze Botschaften funktionieren einfach schneller. Deshalb versuche, Deine Überschriften nicht länger als unbedingt nötig zu machen. 10 – 12 Wörter sollten die Schallgrenze sein. Besser funktionieren noch kürzere Überschriften.

3. Schreibe, um was es geht!

Ganz wichtig: Deine Leser wollen wissen, um was es in Deinem Text geht! Eine Überschrift, die zwar literarisch anspruchsvoll und tiefgründig ist, aber den Leser rätselnd zurücklässt, wird nicht funktionieren. Hast Du die Hoffnung, dass diese Unklarheit Leute so neugierig macht, dass sie erst recht klicken? Wann hast Du denn selbst zuletzt auf eine solche Überschrift geklickt? Richtig. Ich habe einmal vor vielen Jahren kurze Zeit bei einer Studentenzeitung geschrieben. Da war es Mode, möglichst verklausuliert zu schreiben. Dir rate ich: Schreibe lieber ganz konkret, um was es in Deinem Text geht. Menschen mögen Klarheit. Ein Beispiel: „Von Sparmaßnahmen, undichten Dächern und kaputten Schultoiletten“. Man bekommt zwar eine vage Ahnung, in welchem Themenbereich der Text sein könnte. Mehr aber auch nicht. Nicht gut! Wie wäre es damit: „Diese Folgen haben die Sparmaßnahmen auf unsere Schule“.

4. Nutze das wichtigste Keyword im vorderen Drittel!

Ein Keyword ist ein Schlagwort, welches das Thema möglichst genau beschreibt. Diese Keywords sind für die Suchmaschinenoptimierung besonders wichtig. Je weiter vorne das entsprechende Keyword in der Überschrift kommt, desto besser ist es. Bei diesem Blogbeitrag hier ist es natürlich das Wort Überschriften, welches ich gleich im vorderen Drittel der Überschrift verwende.

5. Verrate nicht alles!

Schreiben, um was es geht? Ja. Alles verraten? Nein! Wenn ich einer Überschrift schon das Ergebnis des Textes entnehmen kann, brauche ich den Text ja nicht mehr lesen. Ich habe meine Antwort ja schon. Deine Leser sollen zwar exakt wissen, warum sie Deinen Text lesen sollen und um was es in dem Text geht – aber das Ende der Geschichte muss dann natürlich erst im Text selbst stehen. „Mehreinnahmen: Schule bekommt neue Computer und Toiletten werden saniert“ – da wissen wir eigentlich schon alles Wesentliche. Wie wäre es aber mit: „Mehreinnahmen: So verändern wir jetzt unsere Schule“? Da will ich mehr wissen und klicke deshalb viel eher!

6. Wecke ein Bedürfnis!

Ein guter Überschriften-Texter denkt immer vom Leser her. Wichtig ist nicht, was Du selbst aussagen willst – sondern was für ein Bedürfnis Deine Leser haben. Anders ausgedrückt: Sprich ein bewußtes oder unbewbußtes Problem an und versuche in Deinen Lesern das Gefühl anzuregen, das Problem lösen zu wollen. Hierfür gibt es mehrere Werkzeuge, einige stelle ich Dir weiter unten vor. Auch die Überschrift dieses Beitrags spricht ein Problem in vielen Menschen an: Viele haben immer das diffuse Gefühl, dass ihre Überschriften nicht funktionieren. Eine Überschrift, die zum Lesen verführt? Wow. Das will ich auch. Schon habe ich einen Leser mehr – in diesem Moment also: Dich!

Ich bleibe einmal bei meinem obigen Beispiel. Offensichtlich scheint es der genannten Schule viele Probleme zu geben. Die Überschrift „So verändert sich jetzt unsere Schule“ weckt sicherlich in Kombination mit dem Wörtchen „Mehreinnahmen“ eine ganze Menge Bedürfnisse. In diesem Fall vermutlich sogar ein ganz mächtiges Bedürfnis: Gier. Ein Klick wäre hier also sehr wahrscheinlich.

Das Geheimnis guter Überschriften? Wecke ein Bedürfnis und versprich Erlösung!Click To Tweet

7. Mache ein Versprechen!

Menschen lieben Versprechen. Für die obige Schule habe ich in der letzten Überschrift das Versprechen gemacht, dass sich etwas verändert. In der Überschrift zu dem Artikel, den Du hier gerade liest, habe ich das Versprechen gemacht, dass Du danach weißt, wie du verführerische Überschriften schreiben kannst. Ein Versprechen, am besten ein Nutzversprechen ist sehr wirkungsvoll. Wann immer Du eines in Deine Überschriften einbauen kannst, mache es! Du musst es dann aber auch einhalten. Eine Partei kann zu einem „Neujahrsempfang mit Hannelore Kraft“ einladen. Oder sie kann etwas versprechen: „Neujahrsempfang: Lernen Sie Hannelore Kraft persönlich kennen“. Es sind diese Kleinigkeiten, die am Ende den Erfolg ausmachen!

Es gibt vor allem drei verschiedene Versprechen: Einen Nutzwert zu bekommen, einen Wissensvorsprung oder Unterhaltung.

 8. Stelle Fragen!

Wenn Du es schaffst, genau die Frage in der Überschrift zu stellen, die einen potentiellen Leser gerade beschäftigt, wirst Du in jedem Fall gewinnen. Ich nehme noch einmal unser obiges Beispiel mit der Schule – welche Überschrift spricht Dich mehr an? „Stadt saniert trotz Mehreinnahmen Schule nicht“ oder „Mehreinahmen: Warum sanieren wir jetzt nicht die Schule?“

Das kannst Du auf viele andere Beispiele anwenden: „Steuerrecht: Ab 2017 neue Regeln für Selbstständige“ oder „Steuerrecht 2017: Was muss ich als Selbstständiger jetzt neu beachten?“ oder gar „Total verwirrt? Jetzt neue Steuerregeln für Selbstständige verstehen“

Fragen holen den Leser genau da ab, wo er sich gerade befindet. Daher wirken sie besonders gut.

9. Beziehe die Leser ein!

Die Fragetechnik kann man noch verstärken, in dem man den Leser ganz konkret einbezieht. Sobald er das Gefühl hat, dass er selbst etwas entscheiden darf oder seine Meinung wichtig ist, steigt auch sein Interesse. Denkbar wären also Überschriften, die ein „Was würdest Du tun?“ nutzen. In unserem Beispiel: „Mehreinnahmen: Für was würden Sie das Geld ausgeben?“

Wichtig ist aber immer, dass im folgenden Text der in der Überschrift aufgebaute Anspruch auch erfüllt wird!

10. Nutze Gegensätze!

Gegensätze reizen, sie laden zum Nachdenken ein und wecken großes Interesse. „Kleines Geld, große Schule? Das geht!“ 

11. Schreibe aktiv und bildhaft!

Viele Texte haben die große Schwachstelle, dass sie in einem sehr passivem Stil geschrieben sind. Menschen denken aber nicht in passiven Satzkonstruktionen, sondern immer sehr aktiv. Holen wir sie doch genau da ab! Oben hatte ich folgendes Beispiel: „Mehreinnahmen: So verändern wir jetzt unsere Schule“. Diese Überschrift ist aktiv formuliert. Viel weniger wirksam wäre dagegen die passive Variante: „Mehreinnahmen: So wird jetzt die Schule verändert“.

12. Behaupte etwas!

Machmal ist es gut, direkt mit der Überschrift ein Statement abzugeben. Jedenfalls dann, wenn Du allein durch eine Behauptung so starkes Interesse wecken kannst, dass Du Leser bekommst – oder aber, wenn Du vor allem möchtest, dass gerade diese Behauptung am Ende hängen bleibt und weiterverbreitet wird. Wie wäre es also mit: „Stadt kann Schulsanierung nicht bezahlen!

13. Überrasche!

Eine Überraschung ist ein starkes Gefühl. Man kann garnicht anders, als sofort über das nachzudenken, was einen gerade überrascht hat. Das kennst Du bestimmt. Ein Beispiel: „Gut, dass unser Schuldach undicht ist! Was wir jetzt was tun können“

14. Benutze die W-Fragen!

Jetzt kommen wir zu einem der mächtigsten Werkzeuge im Überschriftenbau. Die W-Fragen: Wie, warum, wer, was, weshalb, wo, usw. Schau Dir mal professionell getextete Überschriften an. Du wirst immer wieder über genau diese Wörter stolpern. Diese Wörter haben gleich mehrere Funktionen. Die wichtigste ist, dass Du damit ein Versprechen – siehe Punkt 6 – signalisierst. Meine Überschrift zu diesem Beitrag verspricht Dir, dass Du hier lernst, wie Du verführerische Überschriften schreiben kannst. Jede W-Frage verspricht etwas anderes. Die Warum-Frage verspricht Dir beispielsweise einen Wissensvorsprung. Du lernst, warum etwas so ist, wie es ist. Die Wie-Frage macht ein klares Nutzenversprechen, usw.

Einige Beispiele, nur kurz angerissen: Was Du jetzt tun musst…, Wer jetzt aufmerksam sein sollte…, Wo Du unbedingt einmal hingehen solltest…, usw.

15. Sprich die Leser direkt an!

Du hast es bestimmt bereits gemerkt! In vielen meiner Überschriften spreche ich Dich als Leser ganz direkt an. Also nicht „Wie man Überschriften schreibt…“ sondern „Wie Du überschriften schreibst…“ So ist die Überschrift viel direkter und damit viel wirkungsvoller. Versuch es einmal! Du musst ja nicht grundsätzlich Duzen, obwohl das in einer solchen Überschrift natürlich kürzer, knackiger und persönlicher ist.

16. Nutze Zahlen, mache eine Liste!

Last, but not least darf natürlich die Aufzählung nicht fehlen. Schon die W-Fragen funktionieren nach dem Prinzip: Wecke ein Bedürfnis und mache das Versprechung auf Erlösung. Bei einer Überschrift, in der eine bezifferte Aufzählung angepriesen wird, sagst Du sogar noch, wie stark die Erlösung wird. Ich hätte für diesen Artikel auch folgende Überschrift nutzen können: „15 Punkte, wie Du Überschriften schreibst, die zum Lesen verführen„. Oder „15 Tipps für die perfekte Überschrift„. Die Höhe der Zahl ist dabei besonders wichtig. Ich habe mich bei 15 Punkten dagegen entschieden. Hätte ich einen Artikel mit drei Tipps für die perfekte Überschrift geschrieben, hätte ich daraus auf jeden Fall diese Zahl in der Überschrift genutzt. Es klingt einfach toll, nur drei Dinge beachten zu müssen, oder? Leider sieht die Realität in diesem Fall anders aus! Dagegen lebt mein Blogpost, in dem ich 60 Ideen für Blogartikel aufgeschrieben habe, von dieser hohen Zahl.

Fazit: Eine gute Überschrift schreibt sich nicht von selbst

Du siehst, gute Überschriften haben weniger mit Kreativität zu tun als mit bloßem Handwerk. Aber das ist gerade auch die gute Nachricht, denn ein Handwerk kann man viel einfacher erlernen als Kreativität. Jetzt solltest Du regelmäßig üben, gute Überschriften zu schreiben. Nimm Dir doch einfach einmal alte Texte vor und überlege Dir neue Überschriften dazu. Dann lernst Du ganz konkret, worauf Du in Deinem Themengebiet achten musst. Der nächste neue Text wird dann schon eine viel bessere Überschrift bekommen!

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Blog schreiben - So schreibst Du einen guten Blogartikel am 21. September 2017 um 18:53

    […] kannst Du lernen. Es gibt regelrechte Baukästen für gute Überschriften. Lies Dir doch mal diesen Beitrag von mir durch, da kannst Du viel über Überschriften […]

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